Performance-Check: Warum dein Depot 2025 zwei verschiedene Gesichter zeigte
Auf dem Papier war es für US-Aktien ein starkes Jahr, doch im heimischen Depot in Euro kam davon nur ein Bruchteil an.
Der Grund: Der US-Dollar hat im vergangenen Jahr gegenüber dem Euro spürbar an Boden verloren. Während der MSCI USA in seiner Heimatwährung (USD) stolze 17,31 % zulegte, blieb für uns Euro-Anleger nach dem Währungstausch nur ein Plus von 3,43 % übrig. Umgekehrt wirkte der Effekt beim MSCI Europe: Hier standen 19,39 % in Euro auf dem Zettel – wer jedoch aus den USA auf Europa blickte, sah eine fast schon unglaubliche Performance von 35,41 % in Dollar. Auch beim oben abgebildeten MSCI World zeigt sich dieses Bild deutlich: Während der Index auf Dollar-Basis 2025 mit über 21 % glänzte, dämpfte die relative Euro-Stärke das Ergebnis für hiesige Anleger auf ca. 7 % ein.
In den vergangenen Monaten konnten wir vermehrt intensive Diskussionen darüber beobachten, wie man die Performance unterschiedlicher Indizes nun tatsächlich objektiv und richtig miteinander vergleicht.
Daher klären wir heute, warum der Dollar schwächelte, wie du den Nebel aus Währungen auflöst und wie du die Performances verschiedener Indizes richtig miteinander vergleichst.
Warum der Dollar 2025 Federn ließ
Dass der Dollar so deutlich abwertete, war für viele Marktteilnehmer eine Überraschung. Experten sehen die Gründe vor allem in der US-Wirtschaftspolitik der zweiten Trump-Administration:
Zollpolitik & Unsicherheit: Die Ankündigung massiver Importzölle sorgte für Unruhe an den globalen Handelsplätzen. Was eigentlich die US-Wirtschaft schützen sollte, führte kurzfristig zu Zweifeln an der Stabilität des Welthandels.
Fiskalische Expansion: Die Kombination aus Steuersenkungen und steigenden Staatsausgaben trieb das US-Haushaltsdefizit weiter in die Höhe.
Druck auf die Fed: Die wiederholte öffentliche Kritik an der Unabhängigkeit der US-Notenbank Federal Reserve schwächte das Vertrauen internationaler Investoren in die langfristige Geldwertstabilität des Dollars.
Das Währungs-Labyrinth: Was zählt wirklich?
In der Diskussion darüber, wie man Performance nun „richtig“ vergleicht, herrscht oft Verwirrung und Uneinigkeit. Um Licht ins Dunkel zu bringen, müssen wir drei Ebenen unterscheiden:
1. Die Fondswährung (Berichtswährung): Das ist lediglich die „Buchhaltungssprache“ des ETFs (bei Welt-ETFs oft USD). Ob dein ETF intern in Dollar oder Euro rechnet, ist für deine Rendite völlig irrelevant.
2. Die Handelswährung: Das ist die Währung, in der du an deinem Börsenplatz (z.B. Xetra) bezahlst. Auch sie ist nur ein Umtauschservice deines Brokers und hat keinen Einfluss auf die Wertentwicklung.
3. Die Asset-Währung (Lokal): Das ist das echte Kraftwerk. Wenn du den MSCI World hältst, investierst du zu etwa 70 % in USD-Assets. Das ist die Währung, in der die zugrunde liegenden Aktien faktisch gehandelt werden. Wertet der USD im Vergleich zum Euro ab, so kommt dadurch weniger der Wertentwicklung in deinem Depot an.
Aber: Sind US-Konzerne eigentlich noch „US-Dollar-Assets“?
Ein wichtiger Punkt in der aktuellen Analyse: Wenn du in US-Large-Caps investierst, kaufst du zwar auf dem Papier „USD-Assets“, aber du kaufst vor allem globale Cashflows.
Viele der großen US-Unternehmen erzielen den Großteil ihrer Umsätze international. Wenn Apple ein iPhone in Paris verkauft, nimmt das Unternehmen Euro ein. Wertet der Dollar ab, sind diese Euro-Umsätze in der US-Bilanz plötzlich mehr Dollar wert. Diese globale Aufstellung wirkt wie ein Puffer (Hedge) gegen reine Währungsschwankungen. Vor diesem Hintergrund kann man US-Large-Caps somit nicht als reine USD-Assets sehen.
Der Index-Typ (Performance vs. Preisindex)
Ein Preisindex zeigt nur die Kursentwicklung (wie z. B. der S&P 500 in der Standard-Berichterstattung), während ein Performance-Index (Total Return) die Dividenden reinvestiert (wie unser heimischer DAX).
Ein weiterer feiner, aber entscheidender Unterschied bei der Index-Betrachtung ist die Differenzierung zwischen Gross und Net Return. Während der Gross Return (Bruttogesamtrendite) davon ausgeht, dass sämtliche Dividenden ohne Abzüge reinvestiert werden, berücksichtigt der Net Return (Net Total Return) den Abzug von Quellensteuern auf Indexebene.
Da ETFs in der Realität Steuern auf die erhaltenen Dividenden abführen müssen, bevor sie diese im Fondsvermögen reinvestieren können, bildet die Net-Variante die physische Realität eines Fonds deutlich präziser ab. Für die Messung der Performance und den Vergleich von ETFs verwenden wir daher konsequent die Net Returns, da sie die realistischste Benchmark für deinen tatsächlichen Vermögenszuwachs darstellen.
Die goldenen Regeln für den objektiven Vergleich
Das Fazit für dein Depot lautet: Die Wahrheit über deinen realen Vermögenszuwachs wird ausschließlich in deiner Heimatwährung (Euro) gemessen. Steigt der S&P 500 um 10 %, während der Dollar zeitgleich um 5 % gegenüber dem Euro abwertet, landet in deinem Portfolio am Ende nur eine Rendite von etwa 5 %. Für uns Euro-Investoren ist somit ausschließlich die Performance in Euro relevant.
Doch für eine saubere Analyse ist ein methodischer Aspekt noch entscheidender: Wer Indizes wirklich vergleichen will, muss sie zwingend in der selben Währung gegenüberstellen. Es ist wenig zielführend, die Performance eines US-Index in Dollar mit der eines europäischen Index in Euro zu vergleichen. Erst wenn man beide auf eine gemeinsame Basis bringt (z. B. beide in Euro oder US-Dollar betrachtet), wird das eigentliche Bild klar. Dabei stellt man fest: Sobald die Währungsbasis identisch ist, bleiben die Performance-Unterschiede zwischen den Märkten konstant – das „Rauschen“ der Währungen verschwindet und die tatsächliche Entwicklung der Unternehmen wird vergleichbar.