Krieg im Iran: Unsere Einschätzung für dein Depot 🇮🇷
Die Schlagzeilen am vergangenen Wochenende waren besorgniserregend: Die USA und Israel haben den Iran angegriffen. In einer Welt, die ohnehin von geopolitischen Spannungen geprägt ist, markiert dies eine neue Stufe der Eskalation. Doch während die Nachrichtenlage dramatisch ist, zeigt sich an den Kapitalmärkten bisher ein relativ entspanntes Bild.
⚠️ Bevor wir in die Fakten eintauchen, ist uns eines wichtig: Wir wissen, dass Krieg und militärische Konflikte belastende und emotionale Themen sind. Hinter den Schlagzeilen und Marktbewegungen stehen immer menschliche Schicksale.
Wenn wir die aktuelle Lage im Iran analysieren, tun wir dies daher mit dem nötigen Respekt vor den notleidenden Menschen vor Ort. Unser Fokus in diesem Newsletter liegt jedoch rein auf der sachlichen Einordnung für deine Finanzen. Wir möchten dir dabei helfen, in unsicheren Zeiten einen kühlen Kopf für dein Depot zu bewahren, ohne dabei die menschliche Dimension aus den Augen zu verlieren.
Warum reagiert die Börse bisher so „gelassen“? 🤔 Zwar war die Woche von Volatilität geprägt, der von vielen befürchtete „große Schock“ blieb bisher (Stand Freitagmittag) jedoch aus. Ein Blick auf die Details lohnt sich dennoch. Besonders die Emerging Markets gerieten unter Druck. Südkorea verzeichnete beispielsweise den größten Intraday-Verlust seiner Geschichte – auch wenn das Land aufgrund massiver Gewinne seit Jahresbeginn (YTD) unterm Strich weiterhin deutlich im Plus notiert. 📊
Dass die Märkte verhältnismäßig ruhig geblieben sind, spricht dafür, dass ein solches Szenario bereits zu großen Teilen eingepreist war. Die Börse reagiert nur dann mit massiven Kursstürzen, wenn Ereignisse völlig unerwartet eintreten und die Realwirtschaft unmittelbar bedrohen.
Aktuell scheint der Markt dem von Trump prognostizierten Szenario zu folgen, das von einer zeitlich begrenzten Operation von einigen Wochen ausgeht. Sollte es allerdings zu einer weiteren Eskalation kommen – etwa durch Angriffe auf die Ölinfrastruktur oder eine wochenlange Blockade der Straße von Hormuz – könnte sich dies schnell ändern. Stark steigende Ölpreise und eine drohende globale Rezession könnten die Folgen sein. Durch steigende Ölpreise besteht das Risiko, dass die Inflation wieder anzieht. Zudem bleibt die interne Lage im Iran von einem Regimewechsel bis hin zu Bürgerkriegsszenarien eine Unbekannte, die niemand seriös vorhersagen kann. ⚠️
Was bedeutet das konkret für dich und dein Depot? 🛡️ Geopolitische Krisen sind herausfordernd. Doch anstatt auf die dynamische Nachrichtenlage mit Aktionismus zu reagieren, empfiehlt sich gerade jetzt die Rückbesinnung auf fundamentale Anlagegrundsätze. Die folgenden fünf Leitplanken unterstützen dich dabei, dein Depot mit der nötigen Gelassenheit durch die aktuelle Phase zu steuern:
👉 Ruhe bewahren, falls die Kurse weiter fallen sollten: Sollte es zu einem Szenario der größeren Eskalation kommen, kann es an den Märkten noch einmal deutlich volatiler werden. Hier gilt wie immer: Nicht in Panik verkaufen und Ruhe bewahren. Sobald eine geopolitische Entspannung eintritt, folgen meist dynamische Erholungsphasen („Relief Rally“), an denen du bei einem vorzeitigen Ausstieg nicht mehr partizipierst.
👉 Überprüfe deine Asset Allocation – vorher!: Sei dir deiner Risikotragfähigkeit bewusst. Aktien sind in Krisenzeiten volatil. Auch Gold ist kein „risikofreier Hafen", wie die Schwankungen der letzten Wochen gezeigt haben. Ölaktien wurden oft als Absicherung (Hedge) genannt und haben rückblickend funktioniert, bleiben aber spekulativ. Wichtig: Deine Strategie sollte stehen, bevor die Krise kommt. In der Krise umzudenken, ist meist teuer.
👉 Bleibe deiner Strategie treu: Unter der Oberfläche der großen Indizes brodelt es. Wir sehen Sektorrotationen, wie wir sie schon lange nicht mehr erlebt haben (siehe hierzu auch unsere Facts & Figures Artikel vom 8. und 22. Februar). Wer jetzt versucht, durch aktives Hin- und Herschichten „mehr rauszuholen“, braucht vor allem eines: eine große Portion Glück. 🍀
👉 Sei skeptisch gegenüber Prognosen: Niemand kennt die Zukunft. Da Märkte Informationen hocheffizient verarbeiten, sind bekannte Erwartungen bereits in den Kursen enthalten. Ein echter Wissensvorsprung ist praktisch nicht möglich. Sei daher stets kritisch gegenüber konkreten Vorhersagen zum weiteren Verlauf der Situation. 🚫🔮
👉 Die Kraft der Streuung: Trotz aller Turbulenzen zeigt sich: Mit einem breit gestreuten Weltportfolio ist man in den letzten Wochen vergleichsweise ruhig durchgekommen. Eine prognosefreie Geldanlage über ETFs bleibt die entspannteste Form des Vermögensaufbaus – dies gilt allgemein, aber insbesondere in Zeiten geopolitischer Unsicherheit.
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