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Hallo von justETF,

während die Welt auf die Ölpreise und den Krieg im Iran schaut, braut sich im Verborgenen ein weiteres Risiko zusammen. Ein Billionen-Markt namens „Private Credit“ zeigt erste Risse – manche sprechen bereits vom nächsten „Schwarzen Schwan“ für unser Finanzsystem.

In dieser Ausgabe schauen wir hinter die Fassade des sogenannten Schattenbankwesens: Warum wird das Ganze gerade jetzt so gefährlich und droht uns ein neues 2008? 

  1. Steigen Aktien langfristig immer? Mythen, Risiken und Lehren für Anleger 🎢
  2. Private Credit: Der Schwarze Schwan am Horizont? 🦢
  3. Scalable Tagesgeld mit 2,5 %: So aktivierst du das neue Zinsangebot 💰
  4. ETF-News: Zwei neue Themen-ETFs am Zahn der Zeit 🦷
  5. justETF Knowledge Check

Viel Spaß beim Entdecken – wir sorgen dafür, dass du auch im Schatten der Banken den Durchblick erhälst! 

Tobias und dein justETF-Team

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Steigen Aktien langfristig immer? Mythen, Risiken und Lehren für Anleger

Warum das Mantra „Aktien steigen immer“ mit Vorsicht zu genießen ist: Vom Fall Japan bis hin zu „verlorenen Jahrzehnten“ an den Weltmärkten. Wir zeigen dir, was du über Diversifikation, Anlagehorizont und globale ETFs wissen musst.

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Private Credit: Der Schwarze Schwan am Horizont? 

Während die Schlagzeilen rund um den Krieg im Iran und den explodierenden Ölpreis die Medien derzeit dominieren, wollen wir heute den Blick auf ein Thema lenken, das seit einigen Monaten unter der Oberfläche brodelt: Private Credit (auch Private Debt). 

Vor gut einem halben Jahr hat dieses Thema mit den Pleiten von First Brands und Tricolor erstmals für echtes Aufsehen gesorgt. Doch was verbirgt sich hinter dieser Anlageklasse, die oft als „Schattenbankwesen“ bezeichnet wird? Und wie groß ist das Risiko einer Kettenreaktion, die am Ende zu ähnlichen Verwerfungen wie in der Finanzkrise 2008 führen könnte? 📉

🔍 Was ist Private Credit?
Einfach erklärt handelt es sich bei Private Credit um Kredite, die nicht von klassischen Banken, sondern von privaten Akteuren (meist institutionellen Anlegern oder sehr vermögenden Privatpersonen) vergeben werden. 

Der entscheidende Unterschied zu Private Equity: Während du bei Private Equity zum Miteigentümer eines Unternehmens wirst (Eigenkapital zur Verfügung stellst), agierst du bei Private Credit als dessen Kreditgeber (Fremdkapitalgeber) und profitierst von Zinszahlungen. Laut Bundesbank hat sich dieser Markt unter anderem als Reaktion auf die strengere Bankenregulierung nach 2008 rasant entwickelt. 💸

Doch dieses enorme Wachstum außerhalb der klassischen Kreditvergabe durch Banken birgt neue, systemische Risiken, da die Transparenz geringer ist und Ausfälle das gesamte Finanzsystem infizieren können. Um die Struktur dieses Marktes und seine potenziellen Gefahren besser greifen zu können, müssen wir dabei drei Ebenen unterscheiden:

👉 Business Development Companies (BDCs): Für Privatanleger sind vor allem BDCs wie Ares Capital oder Blue Owl Capital relevant. Sie sind börsennotiert und unterliegen Offenlegungspflichten. Der öffentliche BDC-Markt ist mit ca. 12 Mrd. USD winzig im Vergleich zum restlichen, nicht börsennotierten Private Credit „Schattenmarkt“. Laut Bundesbank hat dieser ein Volumen von ca. 2,5 Billionen USD (2008 lag dieser Wert bei 0,2 Billionen USD). Zum Vergleich: Der globale Aktienmarkt ist mit rund 166 Billionen USD zwar deutlich größer, doch der große Hebel (Leverage) wie im Private Credit-Sektor ist oft der entscheidende Funke für Systemkrisen. 🏭

👉 Alternative Asset Manager: Unternehmen wie KKR, Apollo Global Management oder Blackstone generieren einen wesentlichen Teil ihres Umsatzes im Bereich Private Credit. Dabei managen sie eine Vielzahl von Kreditvehikeln – von institutionellen Private Credit Funds bis hin zu BDCs. So profitieren sie doppelt: Sie skalieren ihr Kreditgeschäft über unterschiedliche Kapitalquellen und vereinnahmen gleichzeitig Management- und Performance-Gebühren von den Anlegern. 💰

👉 Private Credit Funds: sind die Investmentvehikel, die Unternehmen direkt Kapital leihen. Anleger erhalten so Zugang zu hohen, meist variablen Zinsen, tragen aber Risiken wie eine geringe Liquidität und potenziell hohe Ausfallraten der Kreditnehmer.

⚠️ Die Risiken: Warum das Pendel umschlagen könnte
Das Problem bei Private Credit ist nicht die Idee an sich, sondern die mangelnde Regulierung, die Intransparenz und der hohe Hebel (Leverage). In den letzten Jahren floss massenhaft Kapital in diesen Sektor, da die Zinsen niedrig waren und Anleger hohe Renditen erwarteten. Doch nun zeigen sich Risse:

👉 Das „Lender to the Lenders“-Dilemma: Entgegen der Hoffnung, dass Private Credit die Bankbilanzen entlastet, besteht hier oft eine enge Verflechtung. Banken vergeben oft Kredite an die Private Credit Funds selbst, damit diese ihre Deals hebeln (Leverage) können. Kommt es zu massiven Ausfällen auf Fondsebene, landet das Risiko durch die Hintertür doch wieder bei den klassischen Banken. 🔗

👉 Bewertung im Nebel: Da für die vergebenen Kredite keine laufenden Marktpreise existieren, basiert ihre Bewertung weitgehend auf internen Modellen und Einschätzungen der Fondsmanager. Anstelle beobachtbarer Marktdaten bestimmen Annahmen über die zukünftige Entwicklung der Kreditnehmer den bilanziellen Wert. Dies kann zu einer gewissen „Glättung“ der Bewertungen führen: Operative Verschlechterungen bei finanzierten Unternehmen schlagen sich häufig erst zeitverzögert in den Kreditwerten nieder. In einzelnen Fällen wird notleidenden Unternehmen zusätzliches Kapital bereitgestellt, um die Bedienung der Zinsverpflichtungen aufrechtzuerhalten. Dadurch bleiben Ausfälle zunächst verdeckt, während sich Risiken im Portfolio schrittweise aufbauen können. 😶‍🌫️

👉 Das Zins-Risiko: Private Credit-Verträge nutzen meist variable Zinsen. Was jahrelang ein Rendite-Turbo war, wird jetzt für viele Kreditnehmer zur Existenzbedrohung. Wenn durch steigende Zinsen die Zinslast die Cashflows der Unternehmen übersteigt, droht eine massive Ausfallwelle.  🧨

👉 Illiquidität und Ansteckungsgefahr: Während Anleger in Krisenzeiten schnell an ihr Geld wollen, sind die vergebenen Kredite langfristig gebunden. Um Auszahlungen an private Investoren zu bedienen, greifen die Fonds in solchen Stressphasen häufig auf ihre Kreditlinien bei Banken zurück, wodurch der Anteil an Bankgeldern in den Konstrukten gerade in unsicheren Zeiten ansteigt. Ein panikartiger Rückzug könnte so eine Kettenreaktion auslösen, die über diese engen Verflechtungen das gesamte Finanzsystem unter Druck bringt. ⛓️

💡 Fazit für Anleger
Dass der Kapitalmarkt das Thema mittlerweile sehr kritisch sieht, zeigt ein Blick auf die Kursentwicklung des iShares Listed Private Equity ETF, der nahezu alle börsennotierten Emittenten solcher Private Credit-Vehikel beinhaltet. Dieser hat seit Februar 2025 ca. 30 % an Wert verloren, während der breite Markt (MSCI ACWI) ca. 5 % im plus liegt. Die Investoren flüchten aus Titeln, die stark in diese intransparenten Kreditstrukturen verstrickt sind. Parallel dazu gerieten zuletzt auch die Aktienkurse vieler Banken unter Druck, da der Markt beginnt, die indirekten Risiken aus den Verflechtungen mit dem Private Credit Sektor zunehmend in die Bewertungen einzupreisen. 📊

Ist Private Credit das neue 2008? Man sollte das Thema definitiv im Auge behalten, aber keine voreilige Panik verbreiten. Für sich genommen ist der Sektor im Vergleich zum globalen Aktien- oder Anleihenmarkt und auch zu den Hypotheken zu Zeiten der Finanzkrise 2008 verhältnismäßig klein. Zudem tragen hier in erster Linie die Kapitalgeber das Risiko, sollte es zu größeren Kreditausfällen kommen. Allerdings besteht durchaus eine Gefahr durch Vernetzung zu öffentlichen Krediten. Sollte es beispielsweise zu einer massiven Ausfallwelle bei Software-Unternehmen durch KI-Disruptionen kommen oder die Zinsen durch den Krieg im Iran wieder stärker steigen, könnte Private Credit der Auslöser für eine Kettenreaktion sein, die auch die klassischen Märkte infiziert. ⚠️

Für dein Depot bedeutet das: BDCs und andere stark gehebelte Finanzprodukte sind und bleiben hochriskante Kapitalanlagen. Das Thema Private Credit klingt kompliziert – und das ist es auch. Daher solltest du dich in diesem Zusammenhang an eine zentrale Weisheit von Warren Buffett erinnern: Investiere nur in Unternehmen und Geschäftsmodelle, die du auch wirklich verstehst.

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Megatrends wie KI, Clean Energy oder Robotik erhalten oft die Aufmerksamkeit vieler Investoren. Welche Aussage über solche spezialisierten Themen-ETFs ist richtig?

  1. Sie bieten Privatanlegern meist die Chance, in neue Technologien zu investieren, noch bevor die breite Öffentlichkeit darauf aufmerksam wird.
  2. Aufgrund ihrer starken Fokussierung auf die „Gewinner von morgen“ sind diese ETFs in Krisenzeiten deutlich schwankungsärmer als ein klassischer Welt-Index.
  3. Sie sind meist genauso breit diversifiziert wie klassische Welt-ETFs (z. B. MSCI World), da sie hunderte Unternehmen aus allen Branchen und Ländern bündeln.
  4. Themen-ETFs werden häufig aufgelegt, wenn man sich am Peak der medialen Aufmerksamkeit befindet. Einige Studien zeigen, dass die durchschnittlichen Renditen in den folgenden Jahren daher häufig unter denen des breiten Marktes liegen.

Die Auflösung der Frage findest du ganz unten in diesem Newsletter.👇

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Auswirkungen des Iran-Konflikts auf die Märkte

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Marktradar

Asset 4W Chart 52W Tief/Hoch in 2026 1 Monat
MSCI World -0,81% -3,04%
MSCI Emerging Markets +6,01% -4,81%
S&P 500 -1,54% -1,88%
DAX -6,69% -8,56%
Gold +9,12% -6,03%
Bitcoin -19,59% +6,74%
Rohstoffe +25,96% +16,03%

Veränderung in % per 19.03.26 in Euro, basierend auf dem größten ETP.

Auflösung justETF Knowledge check

Die richtige Antwort ist: 4 - Themen-ETFs werden häufig aufgelegt, wenn der Trend am Höhpunkt der medialen Aufmerksamkeit ist. Die Renditen in den folgenden Jahren sind daher häufig unter denen des breiten Marktes.

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