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Hallo von justETF,

während der Markt über Jahre nur Augen für den „American Exceptionalism“  hatte, hat sich in Europa ein Sektor klammheimlich aus dem Dornröschenschlaf erhoben. Ein Sektor, den nach 2008 viele Anleger als „uninvestierbar“ abgeschrieben hatten, liefert plötzlich Performance-Zahlen, die eher an Krypto-Hype als an Traditionshäuser erinnern.

In dieser Ausgabe zeigen wir dir, warum die Perspektive beim Investieren wichtig ist und dass es manchmal Jahrzehnte dauern kann, bis aus einer Horrorstory wieder ein Rendite-Märchen wird. 

  1. Bringen Diamanten das Depot zum Glänzen, Gerd Kommer?
  2. Europas stärkster Sektor? Eine Frage der Perspektive 🔍
  3. ETF-News: Das klassische 60/40-Portfolio neu definiert
  4. justETF Knowledge Check

Viel Spaß beim Lesen,
Tobias und dein justETF-Team.

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Europas stärkster Sektor? Eine Frage der Perspektive 🔍

Über Jahre hinweg war das Narrativ an den Kapitalmärkten eindeutig: Der sogenannte „American Exceptionalism“ – die strukturelle Überlegenheit US-amerikanischer Indizes gegenüber dem Rest der Welt – schien unantastbar. Während US-Tech-Unternehmen eine Rekordjagd nach der anderen hinlegten, wurden europäische Aktien häufig als renditeschwach und innovationsarm abgeschrieben. 

Schaut man auf die nackten Zahlen, zeigt sich ein Bild, das viele überraschen dürfte. Auf Sicht der letzten fünf Jahre (Stand: 8. April) zeigt der Stoxx Europe 600 eine Performance von rund 55 % und blieb damit nur leicht hinter dem MSCI World (65 %) zurück. Noch deutlicher wird der Kontrast in der jüngeren Vergangenheit: Seit Anfang 2025 konnte der europäische Leitindex um rund 20 % zulegen, während der MSCI World „nur“ knapp 6 % (in Euro gerechnet) schaffte. 

Ein Motor hinter dieser Entwicklung ist ein Sektor, den viele Anleger nach 2008 schon abgeschrieben hatten: europäische Banken.

Der Sektor-Check: Wenn die Zinsen das Fest einläuten 
Während der breite Markt solide lief, haben europäische Bankaktien eine Rallye hingelegt, die eher an Kryptowährungen als an altehrwürdige Geldhäuser erinnert. In den vergangenen fünf Jahren erzielte der europäische Bankensektor eine Performance von unglaublichen 233 %.

Mit einem Gewicht von knapp 15 % im Stoxx Europe 600 sind die Finanzinstitute derzeit einer der Haupttreiber für die Stärke des europäischen Marktes. Das spüren übrigens auch Fans von Ausschüttungen: Die Banken-Rallye ist ein wesentlicher Grund für den Erfolg des VanEck Morningstar Developed Markets Dividend Leaders ETF, der sich aktuell als einer der beliebtesten Dividenden-ETFs bei Privatanlegern festgesetzt hat. 

Einige Gründe für diesen Aufschwung sind:

👉 Das Zinsumfeld: Nach Jahren der Null- und Negativzinsen sind die Banken zurück im Geschäft. Die gestiegene Zinsmarge lässt die Gewinne sprudeln – das klassische Bankgeschäft lohnt sich wieder. 

👉 Kapitalrückzahlungen: Viele Institute sitzen auf massiven Kapitalreserven und wissen nicht, wohin damit. Üppige Dividenden und großflächige Aktienrückkäufe machen die Branche für Anleger wieder spannend.

👉 Effizienz und Schlankheitskur: Jahrelange Kostensenkungsprogramme und die Digitalisierung greifen. Die App hat den Schalterbesuch ersetzt, was die Margen steigert. 

👉 Klassische Rückkehr zum Mittelwert (Mean Reversion): Banken waren über ein Jahrzehnt lang fundamental extrem günstig bewertet. Irgendwann erkennt der Markt diesen „Discount“ und dann erfolgt die Korrektur nach oben oft explosionsartig.

Die andere Seite der Medaille: Die Perspektive ist entscheidend 🔍
Blickt man nur auf die letzten fünf Jahre, wirken europäische Banken-ETFs wie eine Lizenz zum Gelddrucken. Doch Vorsicht vor zu viel Euphorie: Getreu Charlie Mungers Leitsatz „Invert, always invert“ empfiehlt es sich, die aktuelle Erfolgsgeschichte auch aus einer anderen Perspektive zu betrachten. ☝️

Wenn wir den Betrachtungszeitraum wie im oben abgebildeten Chart verändern und im Jahr 2007 kurz vor der großen Finanzkrise ansetzen, verwandelt sich das Rendite-Märchen in eine Horrorstory.

👉 Der historische Dämpfer: Der europäische Bankensektor erlebte einen Maximum Drawdown von über 80 %. Um ein solches Minus auszugleichen, muss sich ein Investment mehr als verfünffachen (!), nur um wieder bei plus/minus Null zu landen. 

👉 Es hat gut 18 Jahre gedauert, bis die Kurse die Talsohle der Finanzkrise und die darauffolgende Euro-Krise wirklich hinter sich lassen konnten. Das ist eine Durststrecke, die kaum ein Privatanleger in der Realität diszipliniert durchhält, ohne die Reißleine zu ziehen.

Fazit: Was lernen wir daraus? 
Jeder Sektor und jedes Land hat seine Zeit. Wer heute einem Sektor-ETF hinterherjagt, weil die 5-Jahres-Performance so blendend aussieht, betreibt oft unbewusstes „Performance-Chasing“.

👉 Der Zeitraum bestimmt die Story: Man kann für fast jeden ETF einen Zeitraum finden, in dem er fantastisch aussieht – oder eben katastrophal.

👉 Risikobewusstsein: Die aktuelle Stärke der Banken ist real und fundamental untermauert, doch der Sektor bleibt zyklisch. 

👉 Diversifikation: Ein breit gestreutes Portfolio fängt solche extremen Schwankungen ab, ohne dass man 18 Jahre auf den Break-even warten muss.

Die aktuelle Kursrallye der europäischen Banken ist sicherlich eine schöne Belohnung für diejenigen, die Mut bewiesen und dort vor einigen Jahren investiert haben. Doch das Beispiel zeigt, dass einzelne „Sektor-Wetten“ extreme Durststrecken bedeuten können, die sich über Jahrzehnte ziehen. Was wir bei europäischen Banken gesehen haben, kann morgen jeden anderen Bereich treffen.

Nach der jahrelangen, schier unaufhaltsamen Outperformance des IT-Sektors mag es heute schwerfallen, sich ein ähnliches Szenario für Tech-Werte vorzustellen – doch die Vergangenheit lehrt uns, dass kein Sektor vor einer „verlorenen Dekade“ gefeit ist. Wer also gezielt in einzelne Branchen-ETFs investiert, sollte sich nicht nur von der aktuellen Rendite beeinflussen lassen, sondern das Risiko langer Underperformance-Phasen mit einplanen. 💰

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Was sind die wesentlichen Vorteile einer Buy-and-Hold-Strategie? 

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  2. Das spezifische Unternehmensrisiko (Einzeltitelrisiko) sinkt bei Buy-and-Hold nachweislich auf Null. 
  3. Die Strategie garantiert, dass man niemals Verluste machen kann, da alle Aktienkurse langfristig immer steigen müssen.
  4. Die Minimierung von Transaktionskosten und das Hinauszögern der Steuerlast auf Kursgewinne stärken den Zinseszinseffekt.

Die Auflösung der Frage findest du ganz unten in diesem Newsletter.👇

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Asset 4W Chart 52W Tief/Hoch in 2026 1 Monat
MSCI World +1,25% -0,01%
MSCI Emerging Markets +10,55% +1,79%
S&P 500 -0,51% -0,76%
DAX -2,24% +1,72%
Gold +10,65% -8,50%
Bitcoin -18,86% +2,31%
Rohstoffe +21,83% -0,72%

Veränderung in % per 08.04.26 in Euro, basierend auf dem größten ETP.

justETF Knowledge check

Die richtige Antwort ist: 4 - Die Minimierung von Transaktionskosten und das Hinauszögern der Steuerlast auf Kursgewinne stärken den Zinseszinseffekt.

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