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Hallo von justETF,

in dieser Ausgabe stellen wir eine provokante Frage: Braucht es überhaupt spezielle Dividenden-ETFs, um attraktive Ausschüttungen zu generieren? Wenn wir die langfristigen Charts von DAX, S&P 500, Stoxx Europe 600 und dem MSCI Emerging Markets analysieren, zeigt sich ein verblüffendes Bild. Oft stammt weit mehr des gesamten Anlageerfolgs aus reinvestierten Dividenden, als man vermutet. Wir zeigen dir heute, warum der „einfachste“ Weg oft der beste ist und wie du den Zinseszinseffekt der Ausschüttungen für dich nutzt, ohne auf die Kursrendite der Wachstums-Champions zu verzichten.

  1. Tagesgeld-ETFs: Die moderne Alternative zum Tagesgeldkonto?
  2. Sind das die besten Dividenden-ETFs?
  3. ETF-News: Erster ETF auf den MSCI World Mid Cap handelbar
  4. justETF Knowledge Check

Viel Spaß beim Entdecken und bis nächste Woche!

Tobias und dein justETF-Team

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Artikel der Woche

 

Tagesgeld-ETF: Die moderne Alternative zum Tagesgeldkonto?

Wir verraten dir, was es mit Tagesgeld-ETFs auf sich hat, welche Vor- und Nachteile sie bieten und für wen sich ein Investment in solche ETFs lohnt.

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Sind das die besten Dividenden-ETFs?

Wer Standard-ETFs wie den MSCI World seit einigen Jahren im Depot hat, schaut meist in ein Meer aus grünen Zahlen. Im Vergleich zu den Kursgewinnen wirken die reinen Ausschüttungsrenditen mittlerweile fast schon mickrig. Beim MSCI World liegt sie aktuell bei unter 1,5 %, beim S&P 500 ist sie sogar noch niedriger.

Man könnte meinen, Dividenden seien im Zeitalter von Tech-Rallyes und KI-Boom nur noch ein nettes Taschengeld, aber kein echter Renditetreiber mehr. Doch wer diese Rechnung ohne den Zinseszinseffekt macht, übersieht das Fundament des langfristigen Vermögensaufbaus.

📊 Die zwei Gesichter eines Index
Um zu verstehen, wie viel Kraft wirklich in den Ausschüttungen steckt, muss man den Unterschied zwischen den zwei gängigen Indexarten kennen:

👉 Der Preisindex: Er zeigt die reine Kursentwicklung. Aktien steigen, Aktien fallen – die Dividenden werden hier einfach ignoriert.

👉 Der Performanceindex: Hier wird so getan, als würde jede ausgeschüttete Dividende sofort wieder reinvestiert.
Dass die Dividendenrenditen aktuell so niedrig wirken, hat dabei einen einfachen Grund: In den letzten 10 bis 15 Jahren sind die Kurse (vor allem in den USA) schlichtweg viel schneller gestiegen als die Ausschüttungen der Unternehmen. Das macht die Dividende prozentual kleiner, obwohl die absoluten Summen oft Jahr für Jahr gestiegen sind.

⏳ Die langfristige Überraschung
Blickt man jedoch auf längere Zeiträume, verändert sich das Bild massiv. Dividenden sind nicht nur ein „Bonus“, sie sind oft der Motor, der das Depot durch Durststrecken zieht und für einen großen, wenn nicht den größten Teil der Gesamtperformance verantwortlich ist. Um das realistisch abzubilden, lohnt sich ein Blick auf die ältesten verfügbaren ausschüttenden ETFs ausgewählter Indizes:

👉 S&P 500 (IE0031442068):
Der US-Leitindex gilt als wachstumsstark und in den vergangenen Jahren haben die Dividenden hier für Investoren kaum noch eine Rolle gespielt. Doch seit Auflegung dieses ETFs im Jahr 2002 machen die reinvestierten Dividenden einen gewaltigen Teil des Endkapitals aus. Während der Kursindex um 468 % zulegte, kommt der Performanceindex auf stolze 688 %. Gut ein Drittel des gesamten Vermögenszuwachses stammt hier allein aus Dividenden (Renditen in USD).

👉 DAX (DE000ETFL060):
Der deutsche Leitindex nimmt eine Sonderstellung ein. Während die Welt beim S&P 500 oder dem Dow Jones meist auf den Preisindex schaut, ist der DAX, den wir täglich in den Nachrichten sehen, standardmäßig ein Performanceindex. Das verzerrt den Vergleich mit anderen Ländern oft massiv. Inklusive Dividenden steht beim DAX seit Juni 2008 ein Plus von 222 % zu Buche, ohne Dividenden sind es lediglich 101 %. Damit ist mehr als die Hälfte des gesamten Anlageerfolgs auf die Ausschüttungen zurückzuführen (Renditen in EUR).

👉 STOXX Europe 600 (DE0002635307): Europa gilt traditionell als dividendenstark. Seit Februar 2004 lieferte der Index mit Dividenden eine Performance von 350 %, während der reine Kursindex nur 136 % erreichte. Über 60 % der Gesamtrendite kamen hier aus Dividenden. Wer nur auf die Kurse schaute, musste von den Höchstständen vor der Finanzkrise 2007 bis zum Jahr 2021 warten, um die Kursverluste wieder aufzuholen (Renditen in EUR).

👉 MSCI Emerging Markets (IE00B0M63177): Auch in den Schwellenländern sind Dividenden der stabilisierende Faktor. Seit November 2005 stehen 240 % (mit Dividenden) gegen 130 % (ohne Dividenden) zu Buche. Besonders bemerkenswert ist hier, dass der Preisindex sich seit der Finanzkrise 2007 für fast 18 Jahre seitwärts bewegte und sein altes Niveau erst Ende 2025 nachhaltig überschreiten konnte (Renditen in USD).

💡 Fazit: ETFs made simple – Braucht es die „Extra-Dividende“?
Das wirft eine spannende Frage auf: Wenn Dividenden langfristig ohnehin einen so großen Anteil an der Gesamtrendite haben, muss man dann überhaupt zu speziellen Dividenden-ETFs greifen?

Diese Produkte sind oft teurer (höhere TER) und schließen durch ihre Filter (z. B. nur Unternehmen mit hohen Ausschüttungen) gerne die dynamischsten Wachstumsaktien aus. Wenn am Ende ohnehin jeder breite Index durch seine ausschüttende Variante zum „Dividenden-Lieferanten“ wird, stellt sich die Frage:

Ist der einfachste Weg – ein klassischer, ausschüttender Welt-ETF – vielleicht sogar der bessere Dividenden-ETF? Er liefert das Beste aus beiden Welten. Die volle Partizipation an Kursrallyes und den stetigen Cashflow der Weltwirtschaft. Ganz nach unserem Motto – ETFs made simple.

 

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Welche Aussage über ausschüttende und thesaurierende ETFs ist richtig?

  1. Ausschüttende ETFs haben einen großen steuerlichen Nachteil gegenüber thesaurierenden ETFs. Der Grund dafür ist, dass Ausschüttungen der Kapitalertragssteuer unterliegen, während auf thesaurierende ETFs bis zum Verkauf keine Steuern gezahlt werden müssen. Der Zinseszinseffekt kann so bei thesaurierenden ETFs maximal genutzt werden.
  2. Durch die Vorabpauschale sind thesaurierende und ausschüttende ETFs steuerlich weitgehend gleichgestellt.
  3. Thesaurierende ETFs haben einen steuerlichen Nachteil, da sie durch Vorabpauschale und anfallende Kapitalertragssteuer beim Verkauf doppelt besteuert werden.

Die Auflösung der Frage findest du ganz unten in diesem Newsletter.👇

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Asset 4W Chart 52W Tief/Hoch in 2026 1 Monat
MSCI World +3,33% +3,05%
MSCI Emerging Markets +13,51% +5,81%
S&P 500 +2,06% +2,66%
DAX -1,91% +2,70%
Gold +10,92% -7,47%
Bitcoin -16,22% -0,53%
Rohstoffe +22,57% -3,37%

Veränderung in % per 15.04.26 in Euro, basierend auf dem größten ETP.

justETF Knowledged Check

Die richtige Antwort ist: 4 - Durch die Vorabpauschale sind thesaurierende und ausschüttende ETFs steuerlich weitgehend gleichgestellt.

Du willst wissen, wie die Vorabpauschale genau berechnet wird?

Du findest justETF auch hier: