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Hallo von justETF,

wer die aktuelle Performance der Indizes auf Halbleiteraktien mit einer Einmalanlage von 10.000 Euro auf drei Jahrzehnte hochrechnet, landet bei einem Endkapital von 170 Millionen Euro – eine Zahl, die selbst den geduldigsten ETF-Anleger plötzlich an seinem soliden Weltportfolio zweifeln lässt. Es ist die Versuchung des Jahrzehnts: Die mögliche Gier nach Renditen lässt die mühsame Strategie der breiten Streuung auf einmal wie einen unnötigen Bremsklotz wirken.

In der heutigen Ausgabe werfen wir einen Blick auf den beispiellosen Halbleiter-Rausch. Wir prüfen, ob die Hardware-Dominanz wirklich das neue Gesetz der Börse ist oder ob wir gerade dabei sind, eine historische Ausnahmephase mit dem neuen Standard zu verwechseln.

Die folgenden Themen erwarten dich in dieser Woche:

  1. Sparplan, Value Averaging oder Hybrid: Was ist die beste Strategie für deinen Vermögensaufbau?
  2. Halbleiter & KI: Wenn der Goldrausch die Schaufelpreise diktiert
  3. justETF Knowledge Check 

Viel Vergnügen beim Lesen – und falls du anschließend überlegst, dein gesamtes Vermögen in Halbleiter-ETFs umzuschichten: Schlaf lieber nochmal eine Nacht drüber (oder zwei). 

Tobias und dein justETF-Team

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artikel der woche

 

Sparplan, Value Averaging oder Hybrid: Welche ist die beste Strategie für deinen Vermögensaufbau?

500 Euro monatlich in einen Welt-ETF investieren – das klingt nach einem soliden Plan. Doch ist der klassische Sparplan wirklich das Ende der Fahnenstange oder lässt sich die Rendite durch intelligentes Timing optimieren? Wir vergleichen drei Strategien und zeigen, worauf es langfristig wirklich ankommt.

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just facts & figures

Halbleiter-ETFs im Vergleich
 

Halbleiter & KI: Wenn der Goldrausch die Schaufelpreise diktiert

Künstliche Intelligenz bleibt das alles dominierende Thema an den Aktienmärkten seit der Veröffentlichung von ChatGPT Ende 2022. 

Egal, wie man die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten oder Trumps „Liberation Day“ bewertet – im Vergleich zum KI-Boom scheinen diese Ereignisse für den Markt lediglich ein Rauschen zu sein, das rückblickend kaum mehr als eine kurze volatilere Phase verursacht. Der breite Aktienmarkt klettert jedenfalls seit gut drei Jahren von Rekord zu Rekord und ein wesentlicher Treiber ist dabei die Halbleiterindustrie.

Diese Dynamik zeigt sich eindrucksvoll am SOX (Philadelphia Stock Exchange Semiconductor Index), dem Gradmesser für die 30 weltweit wichtigsten an US-Börsen gelisteten Unternehmen der Chip-Industrie. In einer historischen Serie von 18 Gewinntagen in Folge und einer Performance von fast 50 % untermauerte der Index zuletzt das Narrativ der Märkte der vergangenen drei Jahre: Wer KI-Infrastruktur aufbauen will, kommt an den Hardware-Investitionen nicht vorbei. 

Der Branchen-Check: Die Hardware-Dominanz in Zahlen
👉 Verschiebung der Marktkapitalisierung: Seit dem Launch von ChatGPT Ende 2022 ist die Marktkapitalisierung des SOX-Index gemessen am S&P 500 von 4 % auf beeindruckende 16 % explodiert. 

👉 KI frisst Software: Investoren wetten derzeit darauf, dass KI-Modelle klassische Software-Geschäftsmodelle nicht nur ergänzen, sondern teilweise obsolet machen. Das Kapital fließt direkt von Software-Unternehmen zu den Hardware-Produzenten.

👉 Bewertungen: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der Branche liegt basierend auf den Gewinnen der letzten 12 Monate bei etwa 60. Das ist historisch extrem hoch und setzt voraus, dass die Margen der Hersteller durch ihre enorme Preismacht gegenüber den großen Cloud-Anbietern („Hyperscalern“) weiter massiv expandieren. 

👉 Geografische Verteilung: Da Indizes in Taiwan (TSMC) und Südkorea (Samsung und SK Hynix) stark an der Chipproduktion hängen, haben sie die globalen Märkte zuletzt deutlich abgehängt. Dies zeigt sich auch am MSCI Emerging Markets Index, wo die drei genannten Unternehmen das höchste Gewicht haben und gemeinsam rund 25 % des Index einnehmen. 

Das Wunder des Zinseszinses: 170 Millionen Euro durch Halbleiter? 
Wie extrem die Entwicklung ist, zeigt ein Blick auf spezialisierte Vehikel wie den VanEck Semiconductor UCITS ETF (ISIN: IE00BMC38736). Rund 360 % Gesamtrendite seit Auflage im Dezember 2020 und eine annualisierte Rendite von ca. 33 % (siehe Grafik).

Um zu verdeutlichen, was dies langfristig bedeutet, eine Beispielrechnung: Bei einer solchen Rendite verdoppelt sich das Kapital alle 2,18 Jahre. Legt man diese extreme Dynamik als Maßstab an, entstehen Summen, die jede Vorstellungskraft sprengen. Bei einer Einmalanlage von 10.000 Euro und einem Anlagezeitraum von 30 Jahren käme man auf ein Endkapital von über 170 Mio. Euro!

Dem Glück nicht hinterherlaufen
Nach der euphorischen Betrachtung der Halbleiter-Rallye und den mathematischen Träumereien von 170 Millionen Euro ist es Zeit für einen Realitätscheck. Wer sich heute die Charts von Chip-Werten ansieht, erliegt einer gefährlichen Illusion. Denn die Börsengeschichte lehrt uns: Die Jagd nach dem nächsten „Hype-Thema“ ist oft ein Spiel mit dem Feuer.

Es ist ein psychologisches Muster, das sich immer wiederholt. Ob Dotcom-Werte zur Jahrtausendwende, erneuerbare Energien vor zehn Jahren oder heute Halbleiter. Anleger neigen zum „Performance-Chasing“. Man kauft das, was in der jüngsten Vergangenheit am besten gelaufen ist, in der Hoffnung, dass sich der Trend ewig fortsetzt.

Die Risiken: Warum Branchen-Wetten langfristig gefährlich sind 
👉 Die Rückkehr zum Mittelwert (Mean Reversion): Keine Branche und kein Sektor kann den Gesamtmarkt dauerhaft massiv outperformen. Irgendwann werden die Bewertungen so hoch, dass die kleinste Enttäuschung einen massiven Rücksetzer auslöst. 

👉 Das Timing-Problem: Es wird immer Branchen und Sektoren geben, die den Markt outperformen. Sie im Voraus zu bestimmen, ist jedoch praktisch unmöglich. 

👉 Die möglichen „verlorenen Jahrzehnte": Wie wir vor zwei Wochen im Newsletter bei Banken gesehen haben (18 Jahre bis zum Break-even nach der Finanzkrise!), können einzelne Branchen oder Sektoren Jahrzehnte brauchen, um sich von einem Crash zu erholen. Vielleicht befinden wir uns heute am Höhepunkt der Entwicklung. Wer hat die Disziplin, 15 oder 20 Jahre auf Verlusten zu sitzen, während der breite Markt an einem vorbeizieht? 

👉 Konzentrationsrisiko: Branchen-ETFs fühlen sich diversifiziert an, bestehen aber oft aus wenigen Schwergewichten. Zudem besteht häufig eine hohe Korrelation zwischen Aktien aus derselben Branche. 

👉 Die Gewinner von heute sind selten die von morgen: Der jeweils beste Sektor eines Zeitraums landet im darauffolgenden Zeitraum häufig im unteren Drittel der Performance-Tabelle. Kein Sektor hat historisch dauerhaft eine Überrendite gebracht. 

Fazit: Strategie schlägt Spekulation
Beeindruckende Wertentwicklungen und spannende Storys in den Medien verführen häufig dazu, die nächste „Super-Branche“ im Depot massiv überzugewichten. Doch für einen langfristigen Vermögensaufbau ist ein kühler Kopf entscheidend:

👉 Keine Systematik bei Sektoren: Historische Daten zeigen deutlich, dass es kein verlässliches Muster für die künftige Entwicklung einzelner Branchen gibt. Die Gewinner von heute sind selten die Gewinner von morgen.

👉 Diversifikation als Basis: Eine breite Streuung nach Marktkapitalisierung bleibt unter Rendite-Risiko-Aspekten die überlegene Strategie. Sie schützt vor Klumpenrisiken, die entstehen, wenn man Trends hinterherläuft.

👉 Du bist bereits dabei: Wer ein breit gestreutes Weltportfolio (bspw. in Form des MSCI ACWI) besitzt, partizipiert ohnehin massiv am KI-Boom. Halbleiter machen dort aktuell gut 15 % des Index aus. Man ist also bereits dabei, ohne sich dem Risiko einer einseitigen Branchen-Wette auszusetzen.

Wer heute einen reinen Halbleiter-ETF kauft, sollte sich ehrlich fragen: Würde ich diesen ETF auch kaufen, wenn die 5-Jahres-Rendite bei minus 20 % stünde? Bin ich bereit, eine Phase wie von 2000 bis 2013 durchzustehen, in der Tech-Werte faktisch seitwärts liefen?

Markttrends haben oft die Eigenschaft, deutlich länger zu laufen, als viele Skeptiker vermuten. Doch da niemand den exakten Wendepunkt einer Branche zuverlässig prognostizieren kann, bildet ein breit gestreutes Portfolio die robusteste Grundlage für den langfristigen Vermögensaufbau. So partizipiert man an der Innovationskraft des gesamten Marktes, statt das Schicksal der eigenen Altersvorsorge an eine einzelne Branchen-Wette zu binden.

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Welche Aussage über ETFs (Exchange Traded Fund) ist richtig?

  1. Ein rein passives Anlageprodukt, das per Gesetz niemals von einem Fondsmanager aktiv verweltet werden darf.
  2. Ein an der Börse gehandelter Investmentfonds, der entweder einen Index passiv nachbildet oder durch ein aktives Management gesteuert wird.
  3. Da ETFs an der Börse gehandelt werden und in der Regel sehr liquide sind, eignen sie sich ausschließlich für eine kurze Haltedauer von wenigen Monaten.
  4. Verluste sind bei ETFs durch die breite Streuung auf viele Einzelaktien auf maximal 10% des eingesetzten Kapitals begrenzt.

Die Auflösung der Frage findest du ganz unten in diesem Newsletter.👇

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Marktradar

Asset 4W Chart 52W Tief/Hoch in 2026 1 Monat
MSCI World +4,88% +8,62%
MSCI Emerging Markets +15,75% +10,60%
S&P 500 +5,07% +10,43%
DAX -2,57% +7,25%
Gold +5,99% -0,61%
Bitcoin -12,98% +13,35%
Rohstoffe +29,65% +3,05%

Veränderung in % per 29.04.26 in Euro, basierend auf dem größten ETP.

Auflösung justETF Knowledge Check

Die richtige Antwort ist 2 - Ein an der Börse gehandelter Investmentfonds, der entweder einen Index passiv nachbildet oder durch ein aktives Management gesteuert wird.

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