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Hallo von justETF,

der Nobelpreisträger Daniel Kahneman hat eindrucksvoll gezeigt, dass unser Gehirn für die Börse denkbar schlecht verdrahtet ist. Wir suchen ständig nach Mustern, wo oft nur reines Chaos herrscht. Das absolut irre erste Börsenhalbjahr hat diese menschliche Schwäche und unsere Emotionen wieder einmal perfekt auf die Probe gestellt.

Damit du an den Märkten die Nerven behältst und absolut rational agierst, haben wir die spannendsten Entwicklungen des ersten Börsenhalbjahres 2026 für dich zusammengefasst und wagen einen Erklärungsversuch, wie wir Herr oder Frau über die Unberechenbarkeit der Kapitalmärkte werden können.

Die folgenden Themen erwarten dich:

  1. Vom Millionen-Erbe zum Crashpropheten: Wahre Stories über Geld.
  2. Rückblick auf ein irres erstes Börsenhalbjahr 2026.
  3. Die Rentenreform kommt.
  4. Steigen durch das PFOF-Verbot jetzt deine Sparplan-Gebühren?

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Tobias und dein justETF-Team

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Vom Millionen-Erbe zum Crashpropheten: Wahre Stories über Geld

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just Facts & Figures

Detailvergeilch des MSCI World und der Sektor-ETFs
 

Rückblick auf ein irres erstes Börsenhalbjahr 2026

„The stock market is a device for transferring money from the impatient to the patient.“ („Der Aktienmarkt ist ein Instrument, um Geld von den Ungeduldigen auf die Geduldigen zu übertragen.“) – Warren Buffett

Wenn du nach dem ersten Halbjahr 2026 einfach nur stur auf deinen MSCI World oder MSCI ACWI schaust, wirst du vermutlich zufrieden sein. Der MSCI World hat in den ersten sechs Monaten rund 13 % Rendite (alle Renditen in diesem Artikel sind in Euro gerechnet) eingefahren, der ACWI lief mit rund 15% sogar noch etwas besser. Ein absolut hervorragendes Börsenhalbjahr!

Doch diese reinen Zahlen täuschen. Das erste Halbjahr war in Wahrheit eine emotionale Achterbahnfahrt, geprägt von Volatilität, geopolitischen Schocks und extremen Verschiebungen unter der Marktoberfläche. Dieses permanente Grundrauschen (Noise) an den Märkten erfolgreich auszublenden, war und ist einer der Schlüssel zum langfristigen Anlageerfolg. Doch wie gelingt das, wenn die Welt gefühlt Kopf steht?

Werfen wir gemeinsam einen Blick auf ein historisches Börsenhalbjahr, um uns am Ende der Antwort auf genau diese Frage zu nähern.

Die Makro-Kulisse: Geopolitischer Lärm und Zinsängste
Politisch und makroökonomisch war dieses Halbjahr nichts für schwache Nerven. Die Schlagzeilen überschlugen sich regelrecht und lieferten reichlich Stoff für Markt-Pessimisten:

👉 Donald Trump: Seine unberechenbare Handels- und Geopolitik sorgt weltweit weiterhin für Unsicherheiten und wirbelt die globalen Lieferketten durcheinander.

👉 Krieg im Nahen Osten und Venezuela-Krise (Donald Trump): Der Irankrieg hat die geopolitischen Spannungen eskalieren lassen und zu einem echten Ölpreisschock geführt. An den Zapfsäulen und an den Börsen kletterten die Ölpreise zwischenzeitlich auf Rekordstände.

👉 Inflation und der neue Fed-Chef: Der neue Chef der US-Notenbank, Kevin Warsh, brachte neue Zinsängste. Die Angst vor einer hartnäckigen Inflation flammte durch den Ölpreisschock wieder auf, was die Hoffnung auf Zinssenkungen dämpfte. Die EZB hat die Zinsen bereits wieder angehoben, die FED könnte im weiteren Jahresverlauf nachziehen. 

Das klingt nach Zutaten für ein tiefrotes Börsenhalbjahr. Warum ist der Markt trotzdem gestiegen? Weil all dieser politische „Lärm“ mal wieder von dem alles bestimmenden Megatrend überschattet wurde: Künstliche Intelligenz. Im ersten Halbjahr 2026 wurden die vermeintlichen KI-Gewinner und -Verlierer noch klarer belohnt bzw. gnadenloser abgestraft als zuvor.

Ein Blick unter die Oberfläche der Indizes
Schaut man sich die reine Performance des MSCI World oder MSCI ACWI an, kann sich kein Anleger beschweren. Doch der Blick ins Detail offenbart eine extreme Ungleichheit. Von den 11 klassischen GICS®-Sektoren im MSCI World konnten im ersten Halbjahr nur drei Sektoren besser performen als der Gesamtindex (siehe Grafik👆; der MSCI World Real Estate wird durch keinen ETF abgebildet, die YTD Performance in US-Dollar beträgt 6,54 %):

1. Information Technology: 25,28 %
2. Energy: 22,3 %
3. Industrials: 18,59 %

Dabei war Tech mal wieder das absolute Zugpferd. Doch wer dachte, man könne einfach blind jeden Tech-Wert kaufen, erlebte eine böse Überraschung. Software wurde gnadenlos abgestraft, während der absolute Flaschenhals der globalen Wirtschaft die Halbleiter-Industrie bleibt.

Die Schere innerhalb eines Sektors klaffte selten so weit auseinander wie in den letzten Monaten:

👉 Die Gewinner (KI-Infrastruktur & Halbleiter): Der VanEck Semiconductor ETF schoss im ersten Halbjahr um knapp 100 % nach oben. Speicherplatz, Rechenleistung und Halbleiter-Ausrüstung wurden den Herstellern förmlich aus den Händen gerissen. 

👉 Die Verlierer (Big Tech & Software): Die klassischen „Hyperscaler“ (Microsoft, Amazon etc.) liefen dem Gesamtmarkt hinterher. Gewaltige Investitionskosten (Capital Expenditures) belasten die Bilanzen. Die Tech-Giganten mussten über 150 Milliarden US-Dollar an neuen Schulden aufnehmen und zusätzliche Kapitalerhöhungen durchführen, um die teure KI-Infrastruktur zu finanzieren. Allein im Juni verloren die Hyperscaler rund 2 Billionen US-Dollar an Marktkapitalisierung. Noch schlimmer erwischte es die Software-Branche. Viele Software-Unternehmen wurden gnadenlos abverkauft. Fast so, als würden sie in einer durch KI disruptierten Welt bald überhaupt kein Geld mehr verdienen. Software-Aktien verloren im Schnitt ca. 25 % im ersten Halbjahr.

Der heimliche Star: Das Comeback des Value-Faktors und Momentum-Hype
Eine der größten Überraschungen des ersten Halbjahres war jedoch kein Tech-ETF, sondern ein über viele Jahre fast Totgesagter: der Value-Faktor (MSCI World Enhanced Value Index). Der  Value-Ansatz legte um über 35 % zu und ließ damit selbst den NASDAQ 100 weit hinter sich (ca. 24 %).

Wie passt das zusammen? Value-ETFs filtern nach günstigen, substanzstarken Unternehmen. Und genau dort saßen die Profiteure des KI-Hardware-Booms. Während die teuren Software-Unternehmen abgestraft wurden, trieben günstig bewertete KI-Ausrüster wie Qualcomm und Cisco, aber auch Halbleiter-Schwergewichte wie Intel den Value-Index nach oben.

Der absolute Star im Value-Index ist Micron Technology. Das Unternehmen, das für seine Speicherchips bekannt ist, schoss allein im ersten Halbjahr um gut 300 % nach oben und katapultierte sich zeitweise unter die 10 größten Unternehmen der Welt.

Noch eindrucksvoller ist die folgende Statistik: Micron Technology brauchte gerade einmal 48 Tage, um seinen Börsenwert von 500 Milliarden auf über 1 Billion US-Dollar zu verdoppeln. Eine solche Wertschöpfung in so kurzer Zeit hat es in der gesamten Geschichte der Finanzmärkte noch nie gegeben.

Gleiches wie für den Value-Faktor gilt für den Momentum-Faktor (ca. 32 %): Das Geld floss ungebremst dorthin, wo scheinbar die Musik spielte. 

Asien und die Emerging Markets
Der KI-Infrastruktur-Hype hat auch vor den Schwellenländern nicht halt gemacht und die Kräfteverhältnisse in Asien komplett auf den Kopf gestellt.

Dank des unersättlichen Hungers nach Speicherchips stiegen mit SK Hynix und Samsung zwei weitere Unternehmen neu in den „Billionen-Dollar-Club“ auf. Damit ist Südkorea erst das vierte Land, das ein Unternehmen in dieser Größenordnung auf die Börsenwaage bringt. Zusammen mit dem taiwanischen Halbleiter-Hersteller TSMC sorgte dies für eine historisch gute Kursentwicklung der Indizes MSCI Taiwan (73 %) und MSCI Korea (107 %). Damit sind die beiden Länder mit großem Abstand die Top-Performer des ersten Halbjahres 2026

Dass die Rallye der drei genannten Chip-Hersteller auch am MSCI Emerging Markets Index nicht spurlos vorbeiging, zeigen folgende Statistiken: IT-Werte machten per Ende Mai über 43 % des gesamten Index aus und der Index hat die entwickelten Märkte mit knapp 28% Performance deutlich abgehängt.

Der große Verlierer im Emerging Markets heißt China. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt erlebte an den Aktienmärkten ein Debakel. China ist inzwischen sogar auf Platz drei im Index abgerutscht, hinter Taiwan und Südkorea. Bemerkenswert daran ist insbesondere, dass China zuvor knapp 20 Jahre lang ununterbrochen das größte Land im Index war.

Gewinner und Verlierer 
Wenn wir den Blick über den Tellerrand der Tech-Welt richten, zeigt sich, dass auch hier die physische Welt zu den absoluten Stars des ersten Halbjahres zählt.

👉 Ölaktien: Der Energiesektor war, getrieben durch die Rekordölpreise infolge des Irankriegs, der zweitbeste Sektor überhaupt.

👉 Industriewerte: Konnten vom Ausbau der KI-Infrastruktur profitieren. 

👉 Kleine Werte (Small Caps): Entgegen den Trends der Vorjahre liefen kleinere Unternehmen in diesem Umfeld überraschend gut. Der MSCI World Small Cap konnte um gut 20 % zulegen, während der US-amerikanische Russell 2000 sogar um gut 26 % zulegte. Damit hatte der Russell 2000 den besten Jahresstart seit 1991. 

👉 Erneuerbare Energien: Ein weiterer Flaschenhals beim Ausbau der KI-Rechenzentren ist die Energieversorgung. Davon profitieren auch die erneuerbaren Energien. Der iShares Global Clean Energy Transition konnte dadurch begünstigt um gut 30 % steigen. 

👉 Südeuropa: Auf Länderebene überzeugten auch Italien, Spanien, Griechenland und Österreich mit einer starken Performance.

Wer die Party verpasst hat
👉 Krypto und Bitcoin: Bitcoin und Co. erlebten ein schwaches Halbjahr und keinen Schutz vor geopolitischen Krisen. Das Narrativ des digitalen Goldes ist wieder einmal gescheitert und der 4-Jahres-Zyklus scheint hier zur selbsterfüllenden Prophezeiung zu werden. 

👉 Der (un)sichere Hafen: Gold und insbesondere Goldminen schwächelten deutlich und sind seit Jahresbeginn im Minus. Allerdings muss man dazu sagen, dass beide zuvor sehr gute Renditen eingebracht haben. 

👉 Rüstung: Verteidigung verlor zuletzt deutlich an Boden. 

👉 Der Quality-Faktor (Unternehmen mit soliden Bilanzen) und Minimum Volatility (schwankungsarme Aktien) blieben hinter dem Markt zurück, da der Markt kurzfristiges Wachstum in der physischen Infrastruktur über solide Bilanzen stellte.

Was machen wir nun mit all diesen Infos?
Zugegeben: All diese Zahlen, Billionen-Bewertungen und geopolitischen Verschiebungen sind extrem unterhaltsam und spannend zu analysieren. Aber hättest du diese Entwicklungen am 1. Januar 2026 exakt so vorhersehen können? Nein. Niemand hätte das gekonnt. Dazu kommt, dass die geopolitischen Ereignisse seit Amtsantritt von Donald Trump sicher nicht berechenbarer geworden sind. Market Timing oder das Wetten auf den nächsten Trend-Sektor ist und bleibt ein reines Glücksspiel.

Wie schafft man es also, bei all diesem Lärm, der täglich über Push-Nachrichten auf uns einprasselt, die Ruhe zu bewahren und geduldig einfach nichts zu tun, wie Warren Buffett es sagte?

Hier hilft ein Blick in das Buch „Schnelles Denken, langsames Denken“ des Nobelpreisträgers Daniel Kahneman, speziell das Kapitel über Intuition und Formeln. Kahneman zeigt, dass unsere menschliche Intuition in komplexen Umfeldern (wie den Finanzmärkten) kläglich versagt. Wir neigen dazu, aktuelle Trends (wie den Halbleiter-Hype) in die Zukunft fortzuschreiben und verfallen in blinden Aktionismus.

Kahnemans Lösung? Regeln und Formeln schlagen die Intuition fast immer. Übertragen auf dein Depot könnte dies bedeuten: Schalte dein Gehirn für kurzfristige Markttrends aus und vertraue auf feste, regelbasierte Systeme.

Anstatt jetzt schnell dein ganzes Geld in Halbleiter-Aktien umzuschichten, weil sie im letzten Halbjahr gut gelaufen sind, könnte man also geduldig bei regelbasierten, marktbreiten ETFs bleiben. Ein klassischer MSCI World, ein All-World-Investment, ein solider Dividenden-ETF oder ein fest definierter, regelbasierter Faktor-Mix kann vor intuitiven Fehlentscheidungen schützen. Der Index schichtet für dich nach klaren, mathematischen Regeln um. Ganz ohne Bauchgefühl, das dich in die Irre führen könnte.

News zur Rentenreform

 

Der Fahrplan steht!

Die Bundesregierung hat angekündigt, die neuen Empfehlungen der Rentenkommission in ein großes Gesetzespaket zu gießen. Bis Ende 2026 soll alles durch den Bundestag sein.

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Steigen durch das PFOF-Verbot jetzt deine Sparplan-Gebühren?

Definition PFOF
PFOF steht für „Payment for Order Flow“ (Bezahlung für den Orderfluss). Wenn du einen ETF kaufst, führt ein sogenannter Market Maker im Hintergrund die Order aus. Er verdient am Spread (der kleinen Spanne zwischen Kauf- und Verkaufspreis). Bisher gab der Market Maker einen Teil seines Gewinns als Provision an deinen Broker ab – quasi als Dankeschön, dass er deine Order bekommen hat.

Seit 1. Juli gilt das PFOF-Verbot
Am 1. Juli wurde das angekündigte Payment-for-Order-Flow-Verbot (PFOF) auch in Deutschland vollständig eingeführt. In vielen anderen EU-Ländern gilt dies bereits seit 2024. Bisher war PFOF der unsichtbare Motor hinter den günstigen Konditionen vieler Broker. Da Broker für jeden Trade, den du machst, im Hintergrund Geld vom Market Maker kassiert haben, konnten sie dir die offensichtlichen Kosten erlassen. Das Ergebnis: kostenlose ETF-Sparpläne und Flatrate-Trades für 1 €. Die Broker haben somit nicht an deinen Gebühren, sondern in erster Linie am Orderfluss verdient. Die Europäische Aufsichtsbehörde sah darin einen massiven Interessenkonflikt.

Hat die EU ihr Ziel verfehlt?
Die EU befürchtete, dass Broker dich nicht zum Handelsplatz mit dem besten Preis schicken, sondern dorthin, wo es die höchste Provision für sie gibt. Außerdem wollte man verhindern, dass Broker ihre Kunden zu unnötig vielen Trades verleiten. Die deutsche Finanzaufsicht (BaFin) war gegen das Verbot. Ihre Studien zeigten, dass das PFOF-System für die typischen Beträge von Kleinanlegern unterm Strich sogar vorteilhaft war. 

Broker suchen einen anderen Weg
Die Broker haben sich für das Verbot gerüstet und ihre Hausaufgaben gemacht:

  1. Vollbank-Lizenzen: Große Player wie Trade Republic oder Scalable haben ihr Angebot erweitert. Sie verdienen jetzt auch an Tagesgeld-Zinsen oder Krypto.
  2. Eigene Börse: Scalable baute in Kooperation mit der Börse Hannover die EIX auf.
  3. Geld direkt an dich: Bei Brokern wie Just Trade zahlt der Market Maker die Gebühr weiterhin – aber nun fließt das Geld rechtlich einwandfrei direkt an dich als Kunden und senkt so deine Kosten.

Folgen für Privatanleger
Experten, Banken und Umfragen zeigen: Die Basiskosten für den Handel in deinem Depot werden sehr wahrscheinlich gleich bleiben. Der Trend zu entgeltfreien ETF-Sparplänen ist ungebrochen. Die Broker fangen die wegfallenden Provisionen einfach durch gesunkene Kosten, internes Verrechnen von Orders oder neue Einnahmequellen (wie Karten oder Zinsen) auf.

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Marktradar

Asset 4W Chart 52W Tief/Hoch in 2026 1 Monat
MSCI World +12,82% +0,92%
MSCI Emerging Markets +24,68% -3,59%
S&P 500 +12,78% +0,18%
DAX +3,72% +1,67%
Gold -1,73% -6,76%
Bitcoin -28,11% -7,92%
Rohstoffe +17,11% -8,63%

Veränderung in % per 02.07.26 in Euro, basierend auf dem größten ETP.

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