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Hallo von justETF,

früher hieß es beim Investieren meistens: MSCI World und fertig, maximal noch einen Schwellenländer-ETF dazu. Mittlerweile rücken echte All-in-One-Welt-ETFs wie der MSCI ACWI immer stärker in den Fokus von Anlegern.

Grund genug, dass wir diese globalen Komplettlösungen einmal genau unter die Lupe nehmen und schauen, wie du dein Depot noch einfacher diversifizieren kannst. Im dieswöchigen just Facts & Figures stellen wir dir elf ETF-Ansätze vor, mit denen du die ganze Welt in nur einem ETF kaufen kannst.

Die folgenden Themen erwarten dich in dieser Ausgabe:

  1. Vermögenswirksame Leistungen: So nutzt du das Geld richtig!
  2. Kommt der Siegeszug der globalen All-in-One-ETF-Lösungen?
  3. ETF-News: Vanguard erweitert sein Produktangebot um gleich vier neue ETFs

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Kommt der Siegeszug der globalen All-in-One-Lösungen?

Ist das klassische „Rebalancing“ zu Hause am Schreibtisch bald Geschichte? Wer vor einigen Jahren mit dem Investieren begann, bekam meist gesagt: Kaufe einen MSCI World für die Industrieländer und mische ggf. noch rund 10 bis 30 % eines MSCI Emerging Markets bei.

Doch die Finanzwelt dreht sich weiter. Heute hat sich der Fokus bei vielen Anlegern stark verschoben. Statt zwei oder mehr ETFs zu besparen, Anteile zu berechnen und einmal im Jahr umzuschichten, rücken globale All-in-One-Lösungen in den Mittelpunkt. Ein einziger ETF, mit dem du vollautomatisch, kostengünstig und stressfrei die gesamte Weltwirtschaft abdeckst.

Heute werfen wir einen genaueren Blick in den Werkzeugkasten der wirklich globalen ETFs und stellen dir elf spannende Ansätze kurz vor. In der Grafik (👆) siehst du die 1-Jahres-Performance (in Euro am 16.07) der jeweils größten ETFs auf den jeweiligen Index. (Hinweis: Einige Indizes werden nur von einem einzigen ETF-Anbieter abgebildet. Der Amundi FTSE All World GDP-Weighted fehlt in der Übersicht, da er noch kein Jahr am Markt ist.)

Bitte beachte: Alle genannten ETFs sind nicht als Empfehlung zu verstehen. Wir haben diese ausschließlich aus redaktioneller Sicht zusammengestellt.

Die Klassiker im Schnelldurchlauf
Die Basis dieses Trends bilden die klassischen, nach Marktkapitalisierung gewichteten Indizes. Je wertvoller ein Unternehmen an der Börse ist, desto schwerer wiegt es im Index. Bevor wir in die Alternativen eintauchen, eine kurze Übersicht über die wichtigsten Indizes:

👉 MSCI ACWI & ACWI IMI

👉 FTSE All-World

👉 Prime All World (Solactive GBS Global Markets Large & Mid Cap)

👉 Nachhaltige Varianten: Beispielsweise ESG Global All Cap (FTSE Global All Cap Choice) oder MSCI AC World Screened

Fundamental- und BIP-Gewichtung
Wem die reine Marktkapitalisierung zu US-lastig oder zu anfällig für Blasenbildung bei Tech-Aktien ist, für den bieten fundamental- und BIP-gewichtete Indizes einen interessanten und teils wissenschaftlich untermauerten Gegenentwurf. Bitte beachte: Alle genannten ETFs sind nicht als Empfehlung zu verstehen. Wir haben diese ausschließlich aus redaktioneller Sicht zusammengestellt.

1. Invesco RAFI All-World Fundamental Value 
Dieser ETF geht einen völlig anderen Weg. Statt auf den Börsenwert schaut der RAFI-Ansatz (Research Affiliates Fundamental Index) stur auf die wirtschaftliche Realität der Unternehmen.

👉 Die Kennzahlen: Die Gewichtung der rund 1.200 Unternehmen erfolgt anhand von vier fundamentalen Faktoren: Umsatz, Cashflow, Dividenden und Buchwert.

👉 Der Effekt: Teure und heiß gelaufene Wachstumsaktien (Growth) werden untergewichtet, während Substanzwerte (Value) ein höheres Gewicht erhalten. Das ist Antizyklik im Gewand eines einzigen, weltweiten ETFs. Das Gewicht der USA fällt auf knapp 50 % zurück und die Top-10-Positionen bringen zusammen gerade einmal 15 % auf die Waage. 

2. L&G Gerd Kommer Multifactor Equity
Wenn der deutsche „ETF-Papst“ Dr. Gerd Kommer einen eigenen ETF auflegt, schaut die gesamte Finanz-Community ganz genau hin. Sein All-in-One-Produkt versucht, die Schwachstellen der klassischen Indizes gezielt auszumerzen. Der US-Anteil wird von rund 64 % auf etwa 45 % gesenkt. Im Gegenzug wandert der „Rest der Welt“ deutlich stärker ins Depot.

👉 Die Ländergewichtung: Der Index gewichtet die Länder zu 50 % nach ihrer klassischen Marktkapitalisierung und zu 50 % nach ihrer tatsächlichen Wirtschaftsleistung, dem Bruttoinlandsprodukt (BIP).

👉 Faktoren und Obergrenze: Zusätzlich ist ein Multi-Faktor-Filter integriert (Value, Size, Quality, Momentum, Investment) und der ETF deckt als All-Cap-Ansatz inklusive Small Caps rund 4.000 Aktien ab. Die maximale Gewichtung pro Einzeltitel beträgt 1 %.

3. Amundi FTSE All World GDP-Weighted 
Wenn du den beliebten FTSE All-World magst, aber die US-amerikanische Dominanz im Depot kritisch siehst, gibt es seit Kurzem auch eine Alternative von Amundi.

👉 Das Prinzip: Der Index greift auf das bewährte Universum des FTSE All-World zurück. Die Länder selbst werden jedoch nach BIP gewichtet. Erst im zweiten Schritt – also innerhalb eines Landes – entscheidet wieder die klassische Marktkapitalisierung über das Gewicht der einzelnen Unternehmen.

👉 Der Effekt: Der US-Anteil schrumpft auf ca. 30 % zusammen. Regionen mit großer Wirtschaftskraft, aber relativ kleinen Aktienmärkten gewinnen an Gewicht. Davon profitieren vor allem Europa und Schwellenländer wie China. 

Globaler Fokus auf Dividenden
Wer beim Investieren nicht überwiegend auf Buchgewinne in der Zukunft setzen möchte, sondern sich schon heute einen regelmäßigen Einkommensstrom in Form von Dividenden aufbauen will, findet auch im All-in-One-Segment passende Lösungen.

1. Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield
Dieser ETF kombiniert die maximale globale Streuung mit dem Fokus auf Ausschüttungen. Dabei greift er auf das Universum des FTSE All-World zurück.

👉 Das Prinzip: Der ETF filtert den FTSE All-World und kauft die 50 % der Aktien mit der höchsten Dividendenrendite. Mit über 2.000 verbleibenden Titeln bleibt die Diversifikation sehr hoch. Das sorgt für solide Substanz und quartalsweise Ausschüttungen.

👉 Die Ländergewichtung: Weil viele der großen Tech-Unternehmen kaum ausschütten, sinkt das US-Gewicht auf rund 40 %. Finanzwerte dominieren den Index mit knapp 30 %, gefolgt von den Sektoren Industrie und Gesundheit. 

2. SPDR S&P Global Dividend Aristocrats 
👉 Das Prinzip: Der S&P Global Dividend Aristocrats Index geht extrem selektiv vor. Um überhaupt aufgenommen zu werden, muss ein Unternehmen eine Dividendenrendite aufweisen und seine Dividende seit mindestens 10 Jahren in Folge gesteigert oder zumindest konstant gehalten haben.

👉 Der Effekt: Das Portfolio ist mit rund 100 Werten deutlich fokussierter als der riesige Vanguard High Dividend Yield. Es ist das Werkzeug für Anleger, die Stabilität und eine kontrollierte Ausschüttungspolitik suchen. 

Wohin geht die Reise? Ein Blick in die Zukunft
Da sich der Konsens für einen großen Teil der Finanz-Community unaufhaltsam in Richtung unkomplizierter ACWI- und All-World-Lösungen verschiebt, wird die Produktlandschaft in den kommenden Jahren mit Sicherheit noch vielseitiger werden. Die folgenden theoretischen Beispiele zeigen, wie solche Produkte aussehen könnten:

👉 MSCI ACWI Equal Weight: Ein Ansatz für die Zukunft wäre ein weltweiter ETF mit Equal-Weight-Konzept. Hier bekäme jede Aktie weltweit exakt das gleiche Gewicht.

👉 Globale Faktor-ETFs: Auch All-in-One-Lösungen für weltweite Faktoren wie Value, Quality oder Momentum auf ACWI-Basis könnten für Privatanleger interessante Ansätze sein. Die entsprechenden Indizes von MSCI gibt es schon längst.

Konkret geplant hat beispielsweise Vanguard eine nicht ESG-gefilterte Version des FTSE Global All Cap ETFs, der den weltweiten Aktienmarkt von Mega- bis Small-Caps in einem einzigen Produkt abbildet.

Zwei weitere Neuzugänge sind der Amundi S&P All World High Dividend Yield (IE000LEIJUY9) und der L&G WTW Global Equity Diversified (IE000GUIUCJ1), die wir dir in den kommenden Wochen noch detailliert vorstellen werden.

Vorteile der All-in-One-Lösungen
👉 Einfachheit: Du musst nur einen einzigen Sparplan einrichten, einen Freistellungsauftrag hinterlegen und dich anschließend um nichts mehr kümmern.

👉 Kein manuelles Rebalancing: Das Verschieben von Gewichten zwischen Industrieländern und Schwellenländern übernimmt der ETF automatisch für dich.

👉 Keine Steuer-Trigger: Da du keine ETF-Anteile verkaufen musst, um dein Wunschverhältnis wiederherzustellen, löst du keine ungewollten Steuerzahlungen auf Kapitalerträge aus.

👉 Maximale Diversifikation: Mit Indizes wie den hier vorgestellten holst du dir (mit Ausnahme des SPDR S&P Global Dividend Aristocrats) tausende Unternehmen aus der ganzen Welt mit nur einem ETF ins Depot.

Nachteile der All-in-One-Lösungen
👉 Keine individuelle Steuerung: Du bist fest an das starre Regelwerk des jeweiligen Index gebunden und musst die Gewichtung exakt so akzeptieren, wie sie vorgegeben ist. Was auf den ersten Blick unflexibel wirkt, hat jedoch eine positive Kehrseite: Du bleibst dadurch komplett prognosefrei.

👉 Teilweise höhere Kosten: Während die klassischen, nach Marktkapitalisierung gewichteten Welt-ETFs im Zuge des Preiskampfs mittlerweile extrem günstig zu haben sind, musst du für die komplexeren, fundamentalen Ansätze im Vergleich spürbar tiefer in die Tasche greifen.

👉 Eingeschränkte Anbieterauswahl: Während du für den klassischen MSCI World die Auswahl aus Dutzenden ETFs hast, gibt es bei vielen globalen Konzepten oft keine Ausweichmöglichkeiten. Indizes wie der MSCI ACWI IMI, der Solactive GBS Global Markets Large & Mid Cap oder die fundamentalen Ansätze werden am Markt meist nur von einem einzigen Fondsanbieter abgedeckt.

ETF-News

Vanguard erweitert sein Produktangebot um gleich vier neue ETFs mit jeweils zwei Anteilsklassen (thesaurierend und ausschüttend).

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Marktradar

Asset 4W Chart 52W Tief/Hoch in 2026 1 Monat
MSCI World +13,70% +1,91%
MSCI Emerging Markets +21,64% -5,75%
S&P 500 +14,03% +2,08%
DAX +0,94% -0,20%
Gold -4,48% -6,30%
Bitcoin -24,43% -0,13%
Rohstoffe +24,19% +3,57%

Veränderung in % per 16.07.26 in Euro, basierend auf dem größten ETP.

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