JustETF Logo

Hallo von justETF,

„Size matters“ – oder etwa doch nicht? Wenn es um den langfristigen Vermögensaufbau mit ETFs geht, ploppt aktuell immer wieder ein bestimmtes Thema auf: der Zusatz von Small Caps.

Spätestens seit Vanguard mit neuen Produkten (wie dem FTSE Global All Cap und dem ersten weltweiten Small-Cap-ETF) für ordentlich Gesprächsstoff sorgt, fragen sich viele Anleger, ob das eigene Portfolio noch zeitgemäß ist. Geht da noch mehr in Sachen Diversifikation und Rendite?

Wir haben das Thema für dich einmal ganz genau unter die Lupe genommen. Dabei gehen wir den Fragen auf den Grund, die aktuell im Raum stehen: Gehören Small Caps wirklich in jedes gut diversifizierte Depot? Macht der Zusatz in der Praxis überhaupt einen Unterschied? Und welcher Index gehört jetzt eigentlich als Basisinvestment ins Depot?

Die folgenden Themen erwarten dich:

  1. Mit 50 Jahren investieren: Zu spät, um anzufangen?
  2. just Facts & Figures: MSCI ACWI, ACWI IMI, FTSE All-World oder All Cap: Welcher Index gehört ins Depot?

Viel Spaß beim Entdecken unserer neuen Inhalte wünschen dir

Tobias und dein justETF-Team

Dir wurde diese E-Mail weitergeleitet? Abonniere hier unseren Newsletter.

artikel der Woche

 

Mit 50 Jahren investieren: Zu spät, um anzufangen?

Daten, Marktszenarien und praktische Strategien, um Kapital für den Ruhestand aufzubauen.

anzeige

Anzeige Vanguard
 

Noch mehr Welt für dein Depot

Mit dem Vanguard FTSE Global All-Cap UCITS ETF in rund 7.000 Aktien investieren. Kapitalanlagerisiko.

Jetzt bis zu 4,10 % Zinsen sichern

Die besten Tagesgeld-Angebote findest du in unserem Tagesgeld-Vergleich.

just Facts & Figures

Welt-ETFs im Vergleich
 

MSCI ACWI, ACWI IMI, FTSE All-World oder All-Cap: Welcher Index gehört ins Depot?

Der Vanguard FTSE Global All Cap ETF (ISIN: IE000VAHT5T0 & IE000CVUM3N6) ist zurzeit in aller Munde. Neben dem SPDR MSCI ACWI IMI ist er aktuell der einzige nach Marktkapitalisierung gewichtete passive ETF, der Industrie- und Schwellenländer über alle Unternehmensgrößen hinweg abdeckt – von Large- über Mid- bis hin zu Small-Caps.

Zeitgleich sorgt Vanguard für eine weitere Produktneuheit, die dabei fast ein wenig übersehen wird: Der Vanguard FTSE Global Small-Cap ETF (ISIN: IE0007TPRF31 & IE000F8RXD33) ist der erste passive ETF, der weltweite Nebenwerte aus Industrie- und Schwellenländern in einem Produkt abbildet.

Und schauen wir genauer hin, geht es beim All-Cap-Ansatz im Grunde auch nur um eine einzige Ergänzung: den Zusatz „Small“. Den klassischen FTSE All-World, der große und mittelgroße Unternehmen abdeckt, gab es schließlich schon vorher. Grund genug, das Thema einmal genau unter die Lupe zu nehmen und die wichtigsten Fragen zu beantworten: 

1️⃣ Gehören Small Caps in jedes gut diversifizierte Depot? 
2️⃣ Macht der Zusatz in der Praxis überhaupt einen Unterschied? 
3️⃣ Und welcher Index gehört jetzt eigentlich als Basisinvestment ins Depot?

MSCI vs. FTSE: Was gilt eigentlich als „klein“?
Wer über Unternehmensgrößen an der Börse spricht, muss erst einen Blick auf die Methodik der Indexanbieter werfen. Denn MSCI und FTSE teilen die globale Aktienwelt nach leicht unterschiedlichen Schwellenwerten auf:

👉 MSCI: teilt die Weltmärkte auf in 70 % Large Caps, 15 % Mid Caps und 14 % Small Caps. 

👉 FTSE: teilt auf in 70 % Large Caps, 20 % Mid Caps und knapp 8-9 % Small Caps.

FTSE definiert den Bereich der Mid Caps somit etwas breiter, wodurch das verbleibende Segment der Small Caps mit 8-9 % Anteil etwas kompakter ausfällt als bei MSCI mit 14 %.

Anzahl vs. Marktkapitalisierung: Die optische Täuschung
Kommen wir zur ersten Frage, ob Small Caps nun in jedes gut diversifizierte Depot gehören. Blickt man auf die bloße Anzahl der enthaltenen Titel im FTSE Global All Cap Index, scheint die Antwort klar auf der Hand zu liegen: Ja, Small Caps gehören zwingend dazu.

Der FTSE Global All Cap beinhaltet insgesamt 10.127 Unternehmen (31. Juli 2026). Schlüsselt man diese Zahl auf, wird das Übergewicht der Kleinen deutlich (siehe linke Seite der Grafik☝️):

👉 Large Caps: 1.870 Unternehmen (18,47 % aller Unternehmen)

👉 Mid Caps: 2.395 Unternehmen (23,65 % aller Unternehmen)

👉 Small Caps: 5.862 Unternehmen (57,88 % aller Unternehmen)

Die Small Caps stellen quantitativ mehr als die Hälfte aller im Index vertretenen Aktiengesellschaften. Das vermittelt auf den ersten Blick das Gefühl einer enormen Bereicherung für die Diversifikation.

Stellt man demgegenüber den Anteil an der Marktkapitalisierung aus dem aktuellen Factsheet des FTSE Global All Cap Index dar, fällt auf, dass Small Caps im Depot eine untergeordnete Rolle spielen. Die 5.862 Small-Cap-Unternehmen im FTSE All Cap Index kommen zusammen gerade einmal auf ein Gesamtgewicht von rund 8,8 % am Index (siehe rechte Seite der Grafik ☝️).

Zum Vergleich: Die Top 10 im Index bringen es bereits auf ein Gewicht von 21,61 % – allein Nvidia und Apple sind zusammen mit ca. 8 % fast genauso hoch gewichtet wie alle Small Caps zusammen. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass tausende kleine Unternehmen sich ein ohnehin schon kleines Stück des gesamten Kuchens teilen und auch einen entsprechend geringen Einfluss auf die Gesamtperformance des Index haben.

Noch extremer wird dieses Phänomen, wenn man den FTSE Global Total Cap Index betrachtet. Dieser enthält neben Small Caps zusätzlich sogenannte Micro Caps. Er deckt etwa 99 % der weltweiten Marktkapitalisierung ab und zählt 19.204 Unternehmen. Das verbleibende eine Prozent mehr Marktkapitalisierung gegenüber dem All-Cap-Index bringt somit fast 9.000 zusätzliche Unternehmen mit sich.

ETFs, die auch solche Micro Caps beinhalten, gibt es allerdings nicht. Die Ursache liegt in den internen Transaktions- und Handelskosten bei extrem illiquiden Mikro-Aktien. Diese stehen in keinem Verhältnis zum minimalen Nutzen einer 1-prozentigen Portfolio-Gewichtung.

Warum sollten wir also überhaupt in Small Caps investieren?
Wer in Small Caps investiert, tut das meist aus einem Grund: der Hoffnung auf die sogenannte Size-Prämie. Die ökonomische Theorie besagt, dass kleine Unternehmen ein höheres Insolvenzrisiko aufweisen, schwerer an Fremdkapital kommen und eine höhere Kursvolatilität besitzen. Anleger, so besagt es auch die Finanzwissenschaft, erwarten für das Eingehen dieses höheren Risikos langfristig eine Überrendite (Faktorprämie) gegenüber Großkonzernen (Large Caps).

Vergleicht man jedoch die reale Performance von Small Caps über längere Zeiträume mit den Standardindizes, sieht das Ergebnis anders aus. Ein Blick auf einen ETF-Vergleich der vergangenen zehn Jahre zeigt, dass der klassische MSCI World eine Kurssteigerung von 262,91 % erzielte, während der MSCI World Small Cap im selben Zeitraum nur auf 179,74 % kam (Stand 31.08.2026, Rendite in Euro). Das ist ein Unterschied von 83,17 Prozentpunkten und somit rund ein Drittel weniger Rendite bei den Small Caps. Die erwartete Überrendite blieb in der jüngeren Vergangenheit somit schlichtweg aus.

Wegen dieser hartnäckigen Unterperformance diskutiert die Wissenschaft stetig darüber, ob die Size-Prämie überhaupt noch existiert. In einer Studie („Size Matters, If You Control Your Junk“ von Asness et al., 2018) kamen Forscher zu dem Ergebnis: Die reine Size-Prämie ist seit ihrer wissenschaftlichen Entdeckung weitgehend verschwunden oder extrem unbeständig.

Ein Size-Effekt zeigt sich in den Daten meist nur noch dann, wenn man den Small-Cap-Markt streng um unrentable Unternehmen („Junk“) bereinigt. In einem breiten, ungefilterten Markt-Index wie dem FTSE Global Small Cap kauft man sich hingegen zwangsläufig viele unprofitable Unternehmen mit ein, die die Gesamtrendite des Segments belasten können.

Wer dieses Problem über passive Ansätze lösen möchte, stößt jedoch auf ein begrenztes Angebot: Passive ETFs, die das Small-Cap-Universum zusätzlich nach Faktoren wie Value oder Quality filtern, sind bislang nur auf regionaler Ebene verfügbar (z.B. der SPDR MSCI USA Small Cap Value Weighted oder der SPDR MSCI Europe Small Cap Value Weighted). Für einen weltweiten Ansatz (Industrieländer) muss man derzeit auf aktive Strategien ausweichen (z.B. der Avantis Global Small Cap Value).

Aber kommen wir nun zur Antwort auf die zweite Frage, ob der Zusatz von Small Caps auf das gesamte Depot überhaupt einen spürbaren Unterschied darstellt. Wie oben beschrieben, haben Small Caps in der jüngeren Vergangenheit deutlich schlechter abgeschnitten als ihre großen Geschwister. Werfen wir nun jedoch einen Blick auf den realen ETF-Vergleich der letzten zehn Jahre zwischen MSCI ACWI (Large und Mid Caps) und dem MSCI ACWI IMI (zusätzlich Small Caps) (Stand 31.08.2026, Rendite in Euro), so offenbart sich ein fast vernachlässigbarer Unterschied in der Performance von rund 8 Prozentpunkten (+210,67 % vs. +202,63 %). 

Durch das geringe Gewicht der Nebenwerte schlägt die schwächere Performance im Gesamtportfolio kaum spürbar ins Gewicht. Das bedeutet für die Praxis jedoch auch eine Entzauberung im Positiven: Sollten Small Caps in Zukunft wieder eine starke Phase erwischen und den breiten Markt deutlich outperformen, schlägt sich dieser Renditeboost in einem All-Cap-Depot ebenfalls nur als sanftes Rückenwindchen nieder.

Frage 3: Welcher ETF gehört jetzt in dein Depot?
Für uns Privatanleger ist es zunächst eine großartige Nachricht, dass die Produktlandschaft immer breiter und vor allem kostengünstiger wird. Mit einem All-Cap-ETF bekommst du eine extrem bequeme All-in-One-Lösung an die Hand. Du sparst dir das händische Mischen und Rebalancen von Standard- und Small-Cap-ETFs und holst dir mit einer Gesamtkostenquote (TER) von nur 0,07 % p.a. die maximale Diversifikation ins Depot. 

Doch bei aller Begeisterung muss man realistisch bleiben: Einen gewaltigen Performance-Einfluss solltest du durch die Beimischung von Small Caps nicht erwarten. Da die Small Caps im Gesamtindex weniger als 9 % ausmachen, haben selbst starke Kursgewinne der „Kleinen“ nur minimale Auswirkungen auf deine Gesamtrendite. 

Für deinen langfristigen Erfolg ist daher viel entscheidender, dass du überhaupt am Kapitalmarkt investiert bist. Ob dein ETF den FTSE All-World, MSCI ACWI, MSCI ACWI IMI oder FTSE All Cap abbildet, wird vermutlich keinen wesentlichen Unterschied machen. 

Und wer hingegen wirklich an die Size-Prämie glaubt, müsste diese gegenüber dem Markt theoretisch auch übergewichten. Mit dem neuen Vanguard FTSE Global Small-Cap ETF steht dafür erstmals ein passendes Werkzeug bereit, das es bisher in dieser Form noch nicht gab.

partner news

Rohstoffausblick

Themen, die 2027 prägen.

Wenn Gi­gan­ten an die Bör­se ge­hen

Wissen kompakt.

Passende Anlagestrategie für deine Ziele

Zielorientiertes Investieren.

Neue Welt ETFs

von Vanguard.

Die Kraft der KI

Was sie für Anleger bedeutet.

Blockchain-Aktien

Jenseits des Krypto-Zyklus.

Bühne frei für Anleihen

Wissen kompakt.

Rohstoffe neu entdecken

Spannende Insights.

Warum der Portfolio-Kern wichtiger ist als der nächste Trend

Erkenntnisse.

Entspannter Ruhestand dank ETF-Depot?

So kann es klappen.

Marktradar

Asset 4W Chart 52W Tief/Hoch in 2026 1 Monat
MSCI World +15,21% +1,37%
MSCI Emerging Markets +25,32% +3,46%
S&P 500 +15,11% +1,24%
DAX +5,58% +0,04%
Gold +5,66% +11,01%
Bitcoin -7,29% +26,15%
Rohstoffe +35,40% +9,29%

Veränderung in % per 03.09.26 in Euro, basierend auf dem größten ETP.

Du findest justETF auch hier: Youtube Podcast Instagram TikTok Facebook Linkedin