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Hallo von justETF,

wir feiern diese Woche gleich zwei Comebacks! Griechenland schafft nach dem tiefen Fall der Schuldenkrise den historischen Wiederaufstieg von den Schwellenländern zurück in die Riege der entwickelten Märkte – und Susanne ist endlich wieder zurück in unserer Q&A-Runde! Welches der beiden Ereignisse dabei das wahre Comeback des Jahrzehnts ist, lassen wir mal dahingestellt 😉.

Die folgenden Themen erwarten dich diese Woche: 

  1. Live Q&A mit Susanne, Kia und Tobias: Der neue Vanguard FTSE Global All-Cap ETF – Das musst du wissen
  2. Altersvorsorge mit ETFs: Alles Wissenswerte auf einen Blick
  3. just Facts & Figures: Was bedeutet der Aufstieg Griechenlands?

Viel Spaß beim Entdecken unserer neuen Inhalte wünschen dir

Tobias und dein justETF-Team

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Der neue Vanguard FTSE Global All-Cap ETF – Das musst du wissen

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Das Comeback des Jahrzehnts am Aktienmarkt

Wer vor fünf Jahren antizyklisch auf den griechischen Aktienmarkt gesetzt hat, hatte zweifelsohne ein glückliches Händchen. Vergleicht man die Performance der letzten fünf Jahre, lässt der Amundi MSCI Greece ETF (FR0010405431) mit einem Plus von 246,80 % den klassischen MSCI World (+72,34 %) weit hinter sich (Chart 1 ☝️, alle Renditen in Euro am 09.09.2026).

Passend zu dieser imposanten Kursrallye steigt Griechenland nun schrittweise wieder von den Schwellenländern zu den entwickelten Märkten auf.

👉 Den Auftakt machen STOXX und FTSE Russell am 21. September 2026. 

👉 Im Mai 2027 folgt schließlich die Aufnahme in die Indizes von MSCI.

Grund genug, dass wir uns dieses Phänomen einmal genauer ansehen: Was ist in den letzten Jahren passiert? Welche Kapitalströme lösen die Index-Aufnahmen aus? Wie sind die Griechenland-ETFs aufgebaut – und solltest du jetzt noch auf den fahrenden Zug aufspringen?

Was ist passiert? Der lange Weg vom Absturz zur Rehabilitation
Um den aktuellen Boom zu verstehen, lohnt sich ein kurzer Blick in die Geschichtsbücher der Börse. Im Zuge der Euro- und Staatsschuldenkrise ab 2010 geriet Griechenland an den Rand des finanziellen Kollapses. Es folgten Notkredite, harte Sparauflagen und strengste Kapitalkontrollen.

In der Folge passten die großen Indexanbieter ihre Klassifizierung an. MSCI und FTSE stuften den griechischen Markt im Jahr 2013 vom Status eines entwickelten Marktes zum Schwellenland herab. STOXX folgte diesem Schritt im Jahr 2016. Der Athener Aktienmarkt kollabierte regelrecht: Zwischen seinem Höchststand im Oktober 2007 und dem Tiefpunkt Anfang 2016 verlor der griechische Gesamtmarkt unglaubliche 95 % seines Wertes.

Doch in den letzten Jahren hat das Land eine bemerkenswerte Wende vollzogen: 

👉 Wirtschaftswachstum: Seit 2021 wächst die griechische Wirtschaft konsistent schneller als der EU-Durchschnitt. 

👉 Entschuldung & Reformen: Die Staatsverschuldung im Verhältnis zum BIP sinkt. 

👉 Investment Grade: Zwischen 2023 und 2025 gaben die großen Ratingagenturen dem Land seinen Investment-Grade-Status für Staatsanleihen zurück. 

👉 Marktinfrastruktur: Barrieren beim Kapitalverkehr wurden abgebaut und die Handelsstandards erfüllen wieder die Anforderungen internationaler institutioneller Anleger.

Damit ist der Weg frei für ein historisches Comeback: Die Rückkehr in die Indizes der entwickelten Welt.

Was ändert sich dadurch für Anleger?
Wenn ein Land die Kategorie wechselt, müssen Milliarden an Kapital von globalen Fonds und ETFs umgeschichtet werden. Werfen wir einen kurzen Blick auf die Veränderungen der zwei Indexanbieter:

FTSE Russell
👉 Insgesamt haben 32 griechische Aktien die Kriterien für die FTSE Developed Indices erfüllt. Davon werden 10 Unternehmen im Mid-Cap- und 22 Werte im Small-Cap-Segment geführt.

👉 Im FTSE Developed Index liegt der Anteil griechischer Aktien künftig bei 0,072 %. 

STOXX 
👉 9 neue Aktien schaffen den Sprung in den europäischen Benchmark-Index STOXX Europe 600 sowie den EURO STOXX (darunter große Finanzwerte wie National Bank of Greece, Eurobank und Piraeus Bank). 

👉 Nach Analysen von JPMorgan könnte allein die Aufstockung im STOXX Europe 600 zu geschätzten Netto-Kapitalzuflüssen von rund 957 Millionen US-Dollar für diese neun griechischen Titel führen.

Blick auf die Griechenland-Indizes und den Amundi ETF
Wer heute gezielt in den griechischen Aktienmarkt investieren möchte, hat mit dem Amundi MSCI Greece ETF nur einen ETF zur Auswahl. Doch wer einen genauen Blick ins Kleingedruckte wirft, stellt fest, dass der ETF nicht gleich Index ist.

Beim genauen Hinsehen bildet der Amundi MSCI Greece ETF nämlich nicht den Standard-Index MSCI Greece, sondern den MSCI Greece IMI + Coca-Cola 20-35 Index ab. Warum gibt es diesen Unterschied?

👉 Der Standard MSCI Greece Index: Dieser umfasst laut Factsheet gerade einmal 9 Aktien. Er deckt zwar rund 85 % der Marktkapitalisierung ab, ist aber extrem konzentriert.

👉 Der MSCI Greece IMI + Coca-Cola 20-35 Index: Das Kürzel „IMI“ steht für Investable Market Index. Das bedeutet, dass neben großen und mittelgroßen auch kleine Unternehmen (Small Caps) enthalten sind. Damit deckt der Index etwa 99 % des Marktes ab, umfasst aktuell allerdings dennoch nur 26 Aktien.

Warum trägt der Index den Zusatz „+ Coca-Cola“? Die Erklärung führt zurück ins Jahr 2012. Der Getränkeabfüller Coca-Cola HBC war damals das mit Abstand wertvollste Unternehmen im griechischen Aktienindex. Doch mitten auf dem Höhepunkt der Schuldenkrise verlegte das Management seinen Hauptbörsenplatz von Athen nach London und den Konzernsitz in die Schweiz.

Athen drohte damit, auf einen Schlag sein wichtigstes Aushängeschild an der Börse zu verlieren. Um den Titel dennoch weiterhin im Index für Anleger abbildbar zu machen, schuf MSCI eine Sonderkonstruktion: Der Abfüller blieb Bestandteil des Index. Um jedoch eine absolute Dominanz zu verhindern, gilt ein regelbasiertes Capping (20-35): Das größte Unternehmen darf maximal 35 % des Index ausmachen, alle weiteren Titel höchstens 20 %.

Sollte man jetzt in griechische Aktien investieren?
Nach einer Performance von über +240 % in fünf Jahren juckt es vielen Anlegern in den Fingern. Doch vor einer Investition lohnt sich der Blick auf beide Seiten der Medaille.

Schaut man sich die langfristige Wertentwicklung seit Anfang 2007 an, wirkt das Bild eher abschreckend. Der Amundi MSCI Greece ETF verzeichnet seit seiner Auflage im Jahr 2007 ein Minus von rund 66 %, während der MSCI World im selben Zeitraum um +434 % zulegen konnte (Chart 2☝️).

Wer damals investiert war, erlitt dramatische Verluste von rund 95 %. Das zeigt eindrucksvoll, welche Gefahren in der Konzentration auf ein einzelnes Land stecken. Auf der anderen Seite zeigt dieser Abstieg der letzten Jahre, welch enormes Aufholpotenzial theoretisch noch vorhanden ist, wenn man die früheren Allzeithochs als Maßstab nimmt.

Der Wiederaufstieg Griechenlands zurück in die Riege der entwickelten Märkte ist zweifelsohne eine der beeindruckendsten Börsengeschichten der letzten Dekade. Als Kerninvestment für das Depot ist der ETF hingegen vermutlich eher weniger geeignet. 

Wer allerdings bewusst auf die weitere Erholung setzen möchte, findet im Amundi ETF die passende Möglichkeit zur Partizipation. Dabei könnte man sich an der folgenden Daumenregel orientieren: Die Position sollte groß genug sein, um im Erfolgsfall Freude zu machen, aber klein genug, um bei Turbulenzen keinen Schlafmangel zu verursachen.

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Asset 4W Chart 52W Tief/Hoch in 2026 1 Monat
MSCI World +13,05% -2,40%
MSCI Emerging Markets +25,55% +2,65%
S&P 500 +13,07% -2,35%
DAX +3,08% -3,52%
Gold +2,35% +0,34%
Bitcoin -11,47% +18,50%
Rohstoffe +38,05% +8,21%

Veränderung in % per 10.09.26 in Euro, basierend auf dem größten ETP.

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